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Kolumbien I – Freiheit für den Frosch

13.07.-01.08.2016 

Grüne, hohe Berge der westlichen Kordilleren unter uns. Das war unser erster Ausblick auf Kolumbien – aus dem Flugzeug betrachtet.

Nach nur 1,5 Stunden Flugzeit setzten wir zur Landung an und punktgleich hörte Levi das Schreien auf und schlief friedlich in meinen Armen ein. Es war mittlerweile dunkel als wir den Flughafen verließen und die ersten Begegnungen nach dem Betreten kolumbianischen Bodens hätten nicht herzlicher sein können. Die Menschen sind super freundlich und hilfsbereit. Und noch ein Pluspunkt: Es war kalt. Richtig kalt (etwa 25°C) – Der Flughafen von Medellin befindet sich auf über 2.500 Meter Höhe.

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Mit dem Taxi fuhren wir 30 Kilometer stetig bergab, und ganze 1.000 Höhenmeter tiefer erreichten wir unsere gemietete Wohnung. Von der Kälte war nicht mehr so viel zu spüren, aber trotzdem kein Vergleich zu Zentralamerika. Auch unser Vermieter empfing uns als ob wir alte Freunde wären – der Tisch war gefüllt mit Obst und Frühstück für den nächsten Tag. Selbst an klein Levi wurde gedacht –  Gläschen mit Obst und Babymilch.

10 Tage in der Millionenstadt Medellin lagen nun vor uns, um die Wartezeit auf die Ankunft des Frosches zu überbrücken. Unweigerlich verbindet man die Stadt mit dem Medellin-Kartell und Drogenbaron Pablo Escobar. Das Kartell kontrollierte in den 80ern über 80% des Kokainhandels. Als die kolumbianische Regierung mit den USA über die Auslieferung von Drogenhändlern debattierte, erklärte Escobar dem Staat offiziell den Krieg. Für jeden toten Polizisten bezahlte er seinen Anhängern 2.000 US-Dollar. Im Dezember 1993, kurz nach seinem 44. Geburtstag, wurde er vom Militär auf offener Straße erschossen und das Kartell zerfiel. Die einstige Mordhauptstadt Nummer eins ist heute eine hochmoderne Großstadt, die 2012 zur innovativsten Stadt der Welt gekürt wurde. 

Davon wollten wir uns natürlich selbst überzeugen und waren tagtäglich unterwegs auf Erkundungstour. Unsere Wohnung lag relativ zentrumsnah in einem großen Wohngebiet – alle paar Meter ein Tante Emma Laden und an jeder Ecke ein Spielplatz, welche man bereits auf einige Entfernung „erschnüffeln“ konnte. Riecht es nach Hundekacke und Haschisch, ist der Spielplatz nicht mehr weit. Hier in Medellin ganz normal, keiner stört sich daran. Wir mussten erstmal schlucken, aber man gewöhnt sich ja an alles.  So manche Überraschung gab es für uns auch bei den ersten Einkäufen. Auf der Suche nach Milch bin ich zig mal daran vorbeigelaufen. Schaut aus wie Waschmittel und wird in Plastiktüten verkauft. Beim Zucker das gleiche, ewig gesucht, und dann in Form von braunen Blöcken oder Laiben gefunden

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Unser erster Ausflug führte uns zum  Grab von Pablo Escobar, dem ehemaliger Boss des Medellín Drogenkartells. Es brauchte einiges an Recherche im Internet bis wir herausfanden, wo er begraben liegt und wie wir überhaupt dahin kommen. Sein Grab befindet sich recht weit außerhalb der Stadt und so fuhren wir mit dem Taxi bis zum Friedhof Jardines de Montesacro in Itagüi. 

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Vor einiger Zeit noch weitgehend unbeachtet unter einer grünen Rasenfläche und pünktlich zum 20. Todestag aufwendig neu gestaltet war es schon ein eigenartiges Gefühl auf einmal hier zu stehen und auf das Grab dieses Menschen zu blicken, auf dessen Befehl so viele Menschen ermordet wurden

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Die wohl grösste Attraktion der Stadt ist der herausgeputzte Plaza Botero in der Innenstadt. Zu Füßen des Palacio de la Cultura Rafael Uribe Uribe sind 23 bronzene Monumentalskulpturen des Künstlers Botero ausgestellt, die einen hohen Wiedererkennungswert haben: Allesamt sind sie dick und rund. Hunde, Katzen, Pferde – Romy wäre am liebsten auf alle raufgekrabbelt. Touristen scharen sich, Souvenierhändler, Restaurants an jeder Ecke – und bewaffnete Polizisten.

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Keine 100 Meter weiter ein ganz anderes Bild der Stadt: Obdachlose, die den Müll nach Essbarem durchsuchen, Junkies die auf den Bänken herumliegen oder wie Zombies durch die Strassen wanken, Prostituierte an jeder Ecke.

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Durch Zufall trafen wir unsere Reisebekannten aus Belize wieder und verzogen uns in ein schäbiges Cafe direkt an der Hauptstrasse. Dort tauschten wir bei Kaffee und Kuchen unsere Erlebnisse aus und wurden des öfteren von Bettlern unterbrochen oder von einem Wohnungsbrand direkt über uns.

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Zufällig campten gerade auch unsere Reisefreunde Jan und Marita oberhalb von Medellin und kamen spontan auf Kaffee und Kuchen bei uns vorbei.

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Einzigartig in Medellin ist die Metro – in ganz Kolumbien gibt es nur diese eine U-Bahn. Und diese ist so sauber, dass sich europäische Großstädte eine Scheibe abschneiden können. Sobald wir die U-Bahn mit unseren Kindern betraten, standen reihenweise die Mitfahrer auf um uns Ihren Sitzplatz anzubieten. Dies passierte uns jedesmal – und wir fuhren sehr oft mit der Metro, da sie sehr günstig ist und man schnell und komfortabel von A nach B kommt.

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Am Stadtrand gelegen, kann man von Metro in die Metrocable Seilbahn umsteigen. 30 Minuten dauert die Fahrt mit dem Metrocable vom Tal zum fast 1.000 Meter höhergelegenen Stadtteil Santo Domingo.

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Steil ging es den Berg nach oben. Die Hütten der Elendsviertel am Hang sind zum Greifen nah. Das Metrocable bietet einen ungeschminkten Blick auf heruntergekommene Dächer und Fassaden.

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Wir fuhren an Santa Domingo vorbei, über die Berge, durch den Wald in den Arvi Park. Hier tummelten sich wieder Touristen und die reicheren Bürger von Medellin, um einen freien Tag in der Natur mit Wandern zu verbringen oder sich in den unzähligen kleinen Restaurants den Magen vollzuschlagen. Wir ließen es entspannt angehen und schaufelten bei herrlichem Sonnenschein und einer kühlen Brise jede Menge Asado (gegrilltes Fleisch) in uns hinein, welches das Grundnahrungsmittel der Kolumbianer ist. Danach ist man pappsatt, füllt die restlichen Hohlräume mit klebrigem Nachtisch und braucht erst am nächsten Morgen wieder an Essen zu denken.

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Auch die medizinische Versorgung in Medellin ist hervorragend, und so suchten wir einen Kinderarzt auf, um Levi´s fällige Vorsorgeuntersuchung durchführen zu lassen und die anstehenden Impfungen zu vervollständigen.

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Zur Belohnung gabs einen Besuch im Parque Explora mit Dinosauriern und jeder Menge Spielmöglichkeiten für die Kleinen …

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… und Romy durfte das erste Mal ins Kino gehen

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Die Zeit in Medellin verging rasend, und nur wenige Stunden vor Abflug nach Cartagena mussten wir feststellen, das der Laster im 300 Kilometer entfernten Santa Marta ankommt. Auf den letzten Drücker buchten wir Flüge und Hotel um und schon ging es wieder Nordwärts an die Karibikküste.

Als wir den Flieger verließen, empfang uns die Hitze wieder. Mit dem Taxi fuhren wir zu unserem Hotel, dass nur einen Katzensprung vom Hafen entfernt war. Einen weiteren Katzensprung entfernt war eine riesige Bühne, wo gerade ein Festival stattfand. Südamerikanisches Farbfestival mit Partymusik und einem immerzu schreiendem Anheizer. Gefühlte 200 Dezibel. Das ganze zog sich bis in die späte Nacht hinein. Selbst als wir im Bett lagen, war an Schlaf nicht zu denken. Unser Bett stand quasi 20 Meter neben der Bühne, die Fenster klapperten bei dem Bass. Und als die Party zu Ende war, fuhren die Partybusse mit ihren mobilen Boxen los. Vollkommen gerädert fragten wir am nächsten Morgen an der Rezeption nach, ob denn am folgenden Abend wieder Party wäre. Sie bejahte dies mit dem Zusatz, dass es noch 2 Tage geht und dann am 3. Tag im direkten Anschluss das Strandfestival beginnt, welches eine ganze Woche andauert. Wir hatten ja schon immer wieder gehört, dass es ein Drama ist, das Fahrzeug in Kolumbien zu entladen, aber auf dieses Sahnehäubchen hätten wir gerne verzichtet.

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Tagsüber konnten wir neben dem Verkehrslärm relativ ruhig am idyllischen Strand

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oder der romantischen Strandpromenade flanieren

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und entdeckten niedliche grüne….

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…und komische blaue Vögel

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Nachdem der Startschuss gefallen war und wir das Bill of Lading von unserer Agentin erhielten, begann nun das Kapitel Verschiffung Teil 2 –  die Entladung in Kolumbien –  der Schrecken jedes Panamericana-Travellers. Und das ganze wegen ganzen 90 Kilometer fehlender Strasse. 90 Kilometer, die es in sich haben. Die Traumstrasse Panamericana: 48.000 Kilometer, 14 Staaten, von Alaska nach Feuerland.  Zwischen Fairbanks in Alaska und Ushuaia in Feuerland ist sie durchgehend befahrbar –  nur eben dieses winzige Stück zwischen Panama und Kolumbien fehlen. Ab hier gibt es nur noch bergiges Urwaldgebiet. Voll von giftigen Tieren und zudem gefährlich, da  hier die Hauptroute für Drogentransporte ist und die Guerilla-Bewegung FARC ihr Rückzugsgebiet hat und es keine staatlichen Kontrollen im Darien-Gap gibt. Bis weit nach Kolumbien hinein führt keine Strasse und erst wenigen Expeditionen ist es gelungen, dieses schwer zugängliche Terrain auf dem Landweg zu durchdringen. Die geplante Trasse durch den Regenwald, in dem drei, weitgehend isolierte, indigene Völker leben, scheitern auch an den damit einhergehenden Schäden an der in weiten Teilen noch unberührten Natur. Ein gewaltiger Organisatorischer Aufwand, viel Geld und Zeit kostet es, um auf der Panamerica in Südamerika weiterzufahren.

Schon bei den Reisevorbereitungen ist man damit beschäftigt, und eigentlich kommt es bei jedem Zusammentreffen mit anderen Overlandern die von Nord nach Süd oder von Süd nach Nord unterwegs sind zu Diskussionen und Austauschen von Informationen, wie man diese Hürde überwinden kann. 

Am nächsten Tag trafen wir uns mit Brian und Stace, die ebenfalls verschifft hatten. Zusammen nahmen wir den Papierkrieg auf, der sich eine ganze Woche hinzog.  2 Tage benötigten wir, um eine kolumbianische Autoversicherung zu bekommen. Aber entweder hatte die jeweilige Agentur bereits dichtgemacht oder vermittelte nicht mehr an Ausländer. Am Ende des zweiten Tages schliesslich hatten wir Erfolg. Völlig abgekämpft fragten wir bei der mittlerweile 7. Agentur an, und der Chef persönlich nahm uns in Empfang und hatte Mitleid. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an SURA!


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Die nächsten 4 Tage hetzten wir immer auf Abruf zum Hafen, um Unterschriften abzugeben und Genehmigungen abzuholen. Das Sightseeing der Altstadt und das Flanieren an der Hafenmeile fiel dementsprechend kurzweilig aus, da wir immer wieder das Handy klingelte.
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Kaffee, Kaffee, Kaffee


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Da der Laster verspätet ankam und sich die Kommunikationen zwischen Reederei und Agenten hinzogen, mussten wir immer wieder die Hotelübernachtungen verlängern und sogar das Hotel wechseln, da wegen des Strandfestivals schliesslich alles ausgebucht war. Am Donnerstag Vormittag konnten Brian und ich endlich auf den Hafen, nachdem wir die Erlaubnis schwarz auf weiss hatten. Ausgestattet mit Sicherheitsschuhen und Helm betraten wir das Hafengelände und nach einem kurzen Gänsemarsch auf vorgeschriebenen Wegen sahen wir unser Zuhause wieder. Alles war unversehrt und die Inspektion ging in kürzester Zeit von statten.

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Am späten Nachmittag des gleichen Tages erhielten wir dann die Ausfuhrgenehmigung und hatten freie Fahrt. Wir entschieden uns, am nächsten Tag loszufahren, da es schon dämmerte – was ein grosser Fehler war. Gleich früh am nächsten Morgen lief ich zum Hafen, bepackt mit unserem Gepäck, um den Laster zu holen. Leider erhielt ich keine Erlaubnis zum Eintritt, da die Genehmigung nicht mehr gültig war. Das erfuhr ich aber erst, nachdem ich 2 Mal zwischen Hafen und Büro hin- und hergerannt bin. Eine neue Nummer war nun aber nicht mehr zu bekommen, da der Schalter Rechts im Büro mittlerweile,wegen des Strandfestivals, geschlossen war. Und erst nachdem Schalter Rechts mir die Rechnung für die Parkgebühren ausstellt und diese an Schalter in der Mitte bezahlt wurden, kommt Schalter Links zum Zug und schreibt eine neue Nummer auf die Genehmigung. Da Levi wegen seines Dreitagefiebers noch etwas durchhing und Thorben einen Virus aufgeschnappt hatte und auch er in den Seilen hing, nahm ich das als Wink des Schicksals hin und somit konnten die Beiden sich noch einen Tag länger auskurieren. 

Am nächsten Tag das gleiche Spiel erneut. Bei 40 Grad mit 50 Kilo auf dem Buckel zurück zum Hafen und eine neue Nummer aufs Dokument schreiben lassen. Der Schalter Rechts für das Parkticket war jedoch wieder geschlossen – wegen Samstag! Einen Tag zuvor wurde mir noch versichert dass am nächsten Tag die Rechnung erhältlich ist. Ich war kurz vor einem Nervenzusammenbruch und beschloss, einfach vor dem Schalter sitzen zu bleiben und so lange zu verharren, bis ich die Rechnung hatte. Und siehe da, irgendwann hatte Schalter Links Mitleid und konnte nun plötzlich doch eine Nummer ausstellen. Das Büro war um 7.30 Uhr bereits geöffnet und ich pünktlich am Start. Leider gab es die Nummer erst, nachdem die Parkgebühren für den Laster bei der Bank Schalter Mitte bezahlt waren. Die Bank öffnete allerdings erst um 9:00 Uhr. Wie auf Kohlen zappelte ich eine geschlagene Stunde auf meinem Plastikstühlchen vor mich hin und überlegte, was denn noch alles schief gehen könnte. Da erschien ein Hafenarbeiter und fragte mich, wann ich denn nun endlich kommen würde um den Laster abzuholen. Ohne Worte!!! 

Pünktlich um 9 machte dann endlich die Bank auf, ich bezahlte, eilte zu Schalter Links, bekam meine Nummer und völlig fassungslos über so einen reibungslosen, blitzschnellen Ablauf war ich 5 Minuten nach 9 schon auf dem Weg zum Hafengelände. Dort bekam ich umgehend einen Helm in die Hand gedrückt, auf den ich bei der letzten Hafenbegehung fast eine Stunde warten musste. Um den ganzen Vorgang abzukürzen, wurde ich per Motorrad zum Laster gefahren, bekam den Schlüssel in die Hand gedrückt und hatte freie Fahrt. Warum nicht gleich so.
Ich liess keine Sekunde verstreichen, falls nicht doch noch jemanden eine Schikane einfallen könnte, sprang auf den Fahrersitz und verliess fluchtartig den Hafen.

Endlich war der Laster runter vom Hafengelände. Nach einer Woche Santa Marta hatten wir gewaltig die Nase voll. Wir schmissen alles in den Frosch und ohne zu Verstauen ergriffen wir die Flucht ins 30 Kilometer entfernte Minca. Einem kleinen verwunschen Bergdörfchen auf 600 Metern Höhe in der Sierra Nevada, dem grössten Küstengebirge der Welt. Heisse, aber trockene Tage und kühle Nächte. Genau aus diesem Grund verschlug es uns hierher. Wir mussten den gesamten Laster ausräumen, putzen und Wäsche waschen. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit in Zentralamerika war alles klamm und die 2 Wochen auf dem Schiffsdeck bei geschlossenen Fenstern haben dann ihr übriges getan. Mief, Stockflecken und Dreck in allen Ecken. Unvorstellbar, das ganze an der Küste wieder auf Vordermann zu bringen, wo man schon von allein vom Nichtstun Schweissausbrüche bekam.

Das Bergdörfchen Minca ist so klein, dass wir keinen Stellplatz für unseren Laster fanden. Wir machten uns also auf die Suche und fuhren einfach mal den Berg weiter hinauf. Ab Minca hörte der Asphalt auf und eine wüste Piste tat sich vor uns auf. Über eine Stunde fuhren wir in die Sierra Nevada, mussten öfters anhalten da die Stromkabel der Anwohner kleiner Ansiedlungen zu tief hingen. Thorben stieg aufs Dach und ich fuhr dann langsam unten hindurch. Aber kein Stellplatz in Sicht. Nur diese schmale, katastrophale Straße. Als sich vor uns ein riesiges Matschfeld auftat, kapitulierten wir. Hier wollten wir auf keinen Fall stecken bleiben. Rückwärts ging es den Berg wieder hinunter bis wir an einer kleinen Ausbuchtung drehen konnten. Letztendlich fanden wir ein kleines Hostel, durch dessen Einfahrt wir gerade so durch passten. Dieses stellte sich als Glücksgriff heraus. Eine tolle Aussicht auf die Berge und ein mit frischem Flusswasser gefüllter Pool.


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An jedem Tag war es wie am allerschönsten Sommertag, den man sich vorstellen kann. Tagsüber hatte es 30 Grad mit leichter kühler Brise. Optimale Vorraussetzungen um die kleine Wiese mitten im Nebelwald in ein Schlachtfeld zu verwandeln. Alles wurde von Innen nach Außen verfrachtet und einer gründlichen Reinigung unterzogen. Und dann kam unser Wäschestampfer zum Vorschein. Unter Einsatz aller Familienmitglieder wurde Wasser angeschleppt, Wäsche gestampft und im Akkord auf- und wieder abgehangen.


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Nachts kühlte es gut ab und wir schliefen wie die Murmeltiere. Das ideale Wetter und die Dauerbrise kommen daher, dass Minca zwischen den schneebedeckten Bergen der Sierra Nevada weiter oben und der Hitze von Santa Marta weiter unten am Meer liegt, so dass die kühle Luft nach unten strömt. Nach ganzen 2 Tagen war es dann geschafft. Alles blitzte und blinkte und wir waren startklar und mehr als bereit, Kolumbien als Overlander zu entdecken.

Wir waren heilfroh, das Kapitel Verschiffung hinter uns zu haben und können so einiges unter dem Punkt Erfahrungen ablegen: Nie mehr Santa Marta und die Fenster einen Spalt weit offen lassen!

Da für die Verschiffung relativ viele verschiedene Schritte nötig waren, werden wir diesbezüglich zeitnah eine Anleitung erstellt und diese unter Tipps und Tricks (Fahrzeugverschiffung) veröffentlicht.