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Oh wie schön ist Panama!

01.07.-12.07.2016  

Viele Grenzen haben wir mittlerweile passiert und so nahmen wir nun nach so viel Übung die Letzte von Zentralamerika relativ gelassen in Angriff. Der Grenzübergang im Norden bei Sixoala ist klein und unscheinbar. So unscheinbar, dass wir fast dran vorbeifuhren. Wir parkten neben einem Zelt an dem eine riesige Menschenschlange anstand. Ohne die vorgeschriebenen Impfungen darf nicht eingereist werden. Hier fiel für uns das Anstehen schon mal weg. Es schüttete wie aus Eimern, und mit einem Regenschirm bewaffnet eilte ich von Station zu Station. Ausreisegbühr im Supermarkt bezahlen, zurück zur Migration und die Ausreiseformulare für uns und den Laster ausfüllen, Stempel in die Pässe  –  und das wars dann auch schon. Nicht mal eine Stunde für die Ausreise. Das war fast schon rekordverdächtig.

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Über eine alte Eisenbahnbrücke verliessen wir Costa Rica und wurden sehr herzlich von den mächtig bewaffneten Polizisten in Panama begrüsst.

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An der Migration legten wir die Pässe vor und dort stellte der Beamte fest, dass Thorben keinen Ausreisestempel bekommen hat. Also nochmal zurück über die Brücke nach Costa Rica, Stempel abholen, wieder nach Panama, und den Einreisestempel abholen.

Als nächstes kümmerten wir uns um die notwendige Versicherung für den Laster –  ohne diese wird das Auto vom Zoll nicht in das Land gelassen. Leider ist weder in Container 1 noch in Container 2 ein funktionierendes Internet vorhanden, somit konnte keine Versicherung ausgestellt werden und wir nicht weiterfahren. Wir gaben ihnen 1 Stunde und vertrödelten die Zeit mit Geld wechseln, kochen und aufräumen, dann versuchten wir unser Glück erneut. Jedoch war immer noch keine Verbindung möglich. Ich fragte mich durch das Gelände ob noch irgendwo anders eine Versicherung zu bekommen wäre, und siehe da: in Costa Rica.
Also wieder über die Brücke. In der dort ansässigen Apotheke kann man diese abschliessen, und glücklicherweise gab es Internet über das Handy der Putzfrau. Bei den Fahrzeugpapieren für die Einfuhr hieß es anschließend, auf absolute Gründlichkeit zu achten. Diese Papiere sind bei der Ausreise aus Panama vorzulegen, und da der Laster das Land über den Wasserweg verlässt und alles über die Schiffsgesellschaft abgewickelt wird – was ohnehin ein Papierkrieg über mehrere Tage bedeutet, konnten wir keine Fehler in den Papieren gebrauchen.
Die Dame am Schalter checkte überhaupt nichts, und erst nach einer Stunde hatte sie es auf die Reihe bekommen uns das Formular in die Hände zu drücken. Leider fehlte die Motornummer. Also wieder zurück und sie freundlich um Ergänzung bitten. Nun wollte sie die Chassisnummer streichen und dafür die Motornummer angeben. Ich begann also, der Dame ihren Job zu erklären und während ich ihr jede Zahl einzeln und mehrmals vorlesen musste, hielt ich mein Launebarometer mit Atemübungen auf Balance um nicht zu explodieren. Sie sass ja im trockenen. 

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„In Panama“, sagte der kleine Bär, „ist alles viel schöner, weißt du. Denn Panama riecht von oben bis unten nach Bananen. Panama ist das Land unserer Träume, Tiger. Wir müssen sofort morgen nach Panama …“ (Janosch)

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Und tatsächlich, Bananenduft schlug uns entgegen. Der Regenwald ging in Bananenplantagen über, an denen wir Kilometerlang entlangfuhren und konnten den gesamten Prozess von A –  Z direkt vom Laster aus beobachten. Die Stauden wachsen direkt in blaue Plastiktüten. An langen Stahlseilen wanderten die fertigen Stauden samt Tüte in die unzähligen Fabriken am Straßenrand, wo sie umgepackt in Bananenkisten in grossen LKW’s von Chiquita verschwanden.

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Schon alleine das fahren war unglaublich schön, es ging abwechslungs- und kurvenreich durch dichten Regenwald und immer wieder erhaschte man schöne Ausblicke auf die Inselwelt der berühmten Bocas del Toro, einem Inselarchipel vor der Karibikküste Panamas. Am Strassenrand einfache Holzhütten mit gedecktem Strohdach, in denen Hängematten das einzige Mobiliar darzustellen scheinen. Hier wohnen die ärmsten des Landes, die uns mit einem freundlichen Lachen winkend begrüssten.

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An einem Flussufer im Nirgendwo verbrachten wir die Nacht. Um uns herum nichts ausser tiefster Dunkelheit. Aber wir waren nicht alleine – laut  zirpte und quakte es bis in den Morgen und ging in fröhliches Kinderlachen über.

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Direkt vor unserem Laster wuschen die Frauen einer großen Familie ihre Wäsche, während ihre Kinder im Wasser tollten. Ganz ohne Berührungsängste beschnuppern wir uns und nachdem eine handvoll Bonbons den Besitzer gewechselt haben, war die deutsche Familie aus dem grünen Laster wohl das Highlight des Tages.

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Von der Pazifikküste fuhren wir an die Karibikküste und von dort aus nach David, der zweitgrößten Stadt in Panama. David ist Verkehrsknotenpunkt und vor allem Versorgungsstation um uns nach den letzten Tagen der Abgeschiedenheit mit Lebensmitteln einzudecken. Ganz nebenbei konnten wir während des Einkaufsbummels das EM Spiel Deutschland –  Italien verfolgen, was zu unserer Freude nach langem Zittern positiv entschieden wurde. Wir besuchten noch die Rumfabrik Cara Vieja und flohen mal wieder von der Hitze in die Berge in den Ort Boquete. Dieser ist ein ganz besonderes Schmankerl, wurde er doch vor einigen Jahren zum viertbesten Altersruhesitz weltweit erkoren. Seitdem sicherten sich Scharen von Rentnern aus aller Welt dort ein Berggrundstück und bewohnen riesigen Lodges und kleine Villen inmitten von der vielgepriesenen Landschaft.

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Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen und schauten mal genau nach, was hier so toll sein soll. Eine schnurgerade 4–spurige Strasse führt zu Panama’s einzigem Vulkan – dem Baru –  entgegen. Wir gewannen gemächlich an Höhe, passierten das einen oder anderen Sarg-Geschäft und ganz oben in Boquete, auf 1000 Metern, da war das Klima prima. Der Ort selber ist relativ unscheinbar, aber die Lage in den Bergen mitten im Grünen, die wunderbare Aussicht und ganzjährig frühlingshafte Temperaturen liessen uns bestätigen, dass es sich hier durchaus aushalten lässt. Immer wieder blitzten grosse Anwesen mit modernen Häusern und Villen aus dem Grün heraus.

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Vor allem die Thermalquellen Los Pozos del Caldera sind ein Highlight der Region. Die wackelige, knarzende Hängebrücke auf dem Weg dorthin trauten wir uns mit dem Frosch zu überqueren, aber dem Rest der Strecke hatte ein Erdrutsch ein Ende gemacht. So wanderten über Stock, Stein und jeder Menge Matsch bis zu unserem Ziel.

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Vor uns tat sich eine riesige bewaldete Wiese auf und nach einigem suchen entdeckten wir dann auch den Grund des Spaziergangs: Kleine Löcher in der Erde, gefüllt mit warmem, angeblich heilendem Thermalwasser, das unterirdisch nach oben blubberte.  Wir entschieden uns für das am niedrigsten temperierte Becken – welches etwa 40 Grad hatte. Genau das, was man nach einem schweißtreibenden, einstündigen Gewaltmarsch mit jeder Menge Kind auf und an den Schultern gebrauchen konnte.

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Lang hielten wir es nicht aus und erfrischten uns lieber im nahegelegenen Fluss bei angenehmeren Temperaturen.

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Von den Bergen ging es wieder zurück an die Pazifikküste nach Las Lajas, einem kleinen Ort an der Pazifikküste, und den mit 20 Kilometern einen der längsten Strände in Zentralamerika. Und mit der wahrscheinlich längsten Palapa der Welt. Der Platz war ganz nach unserem Geschmack, leider gerade hier bekommen wir mal wieder die Tücken der Regenzeit hautnah zu spüren. Grauer Himmel, gewaltige Gewitterfronten und sintflutartige Regenfälle begleiteten uns fast den ganzen Tag, die Luftfeuchtigkeit betrug fast 100%.  Aber manchmal hat so ein Regentag auch etwas gutes, wenn man eingepfercht in der Hütte verbringen muss. Wir machten uns mal so richtig Cucaracha-Frei weil uns in der Nacht zuvor eine über das Gesicht gelaufen war. Nachdem wir über 20 ungebetene Gäste des Lasters verwiesen hatten waren wir am nächsten Tag wieder nur zu viert und der Laster blitzeblank.  

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Wieder auf der Interamericana, der so ziemlich einzigen Strasse in Panama um Richtung Hauptstadt zu gelangen. Seit Las Lejas ist diese eine einzige Baustelle, was sich bis zu unserem nächsten Stop, dem 89 Kilometer entfernten „Campamento Evangelico La Buena Esperanza“ nicht ändert. Wir waren froh, auf der schon halb fertiggestellten Straße fahren zu dürfen, denn die noch nicht reparierten Reste wiesen riesige Schlaglöcher und breite – wohl von Erdbeben entstandene – Risse auf. Wir wären sonst wohl kaum so schnell und komfortabel vorangekommen.

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Bei den Schweizer Auswanderern Erika und Heinz legten wir einen Baustellen-Stop ein und verbrachten einen wunderbaren Tag auf dem riesigen Gelände einer evangelischen Jugendherberge, das für Camper immer eine offene Tür hat. Die beiden versorgten uns mit frischgebackenem Vollkornbrot, liessen uns die Wäsche waschen und erzählten uns Geschichten aus ihrem spannenden Leben als Missionare in Panama. Hier kamen wir so richtig runter, und während Erika und Heinz sehnsüchtig auf Regen hofften um Ihren angelegten riesigen Teich zu füllen, waren wir froh, den ersten Tag in Panama zu verbringen, ohne in unserem Laster abzusaufen.

Ich bekam von Erika einen Kochkurs für die Zubereitung der leckeren Yuca-Wurzel.

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Romy sammelte Minikröten 

DSC_0298 Oh wie schön ist Panama! - DSC 0298 small - Oh wie schön ist Panama!

und hatte gleich nebenan  ihren ersten Schultag

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Zum Abschied bekam ich von Erika noch eine kleine Reisebibel und Ammoniak gegen Vogelspinnenbisse in die Hand gedrückt.Man weiss ja nie.

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Wieder an der Pazifikküste fanden wir einen Platz direkt am Meer, was gar nicht so einfach war, da die gesamte Region von Hotels zugebaut und von Zäunen abgesperrt ist. Der Strand von Santa Clara mit dem Namen Malibu lädt zum spazieren ein, mit dem Blick auf die Berge und auf die vielen Vögeln, die auf Futtersuche sind.

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Am nächsten Tag mussten wir jedoch kurzfristig alle Zelte abbrechen um uns auf den Weg in die Hauptstadt zu machen. Unser Agent teilte uns mit, dass der Verschiffungstermin schon in 5 Tagen sei –  ansonsten müssten wir 3 Wochen warten. Den Abstecher nach El Valle, einem kleinen Bergdorf in der Nähe, das in einem riesigen erloschen Vulkankrater liegt, liessen wir uns jedoch nicht nehmen. In den Bergen rund um das Dorf lässt es sich wunderbar wandern:  Viele kleine und grosse Wasserfälle säumen den Weg und die Steinmalereien Piedra Pintada.

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Und nun hieß es Gas geben. 4 Tage hatten wir Zeit den Papierkram für die Verschiffung zu bewältigen und den Frosch im 80 Kilometer entfernten Colon abgeben. Über die Puente de las Americas,  eine riesige Stahlbrücke,  überquerten wir den Panamakanal und erreichten Panama City. Die Metropole ist Dank des 1914 fertiggestellten Panamakanals die reichste Stadt Mittelamerikas und begrüsste uns mit einem einzigartigem Verkehrschaos. Für 8 Kilometer benötigten wir fast eine Stunde. In einer Seitenstrasse des Balboa Yachtclubs fanden wir einen Stellplatz für die nächsten Tage. Es war laut, dreckig und den Strom zapften wir uns nach Einbruch der Dunkelheit von einer Strassenlaterne. Nicht sehr anspruchsvoll, aber ein guter Ausgangspunkt für die anstehenden Erledigungen der Verschiffung und die Aussicht auf die Brücke und den Kanal mit unzähligen Segelbooten  und Frachtern entschädigten für so einiges.

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Der nächste Tag ging komplett für die Verschiffung drauf. Früh um 7 Uhr stellten wir den Frosch zur Inspektion bei der Polizei vor. Für alles andere nutzten wir Taxis, die sehr günstig sind und einen stressfrei durch die City kutschieren. Unfälle reihen sich einer nach dem anderen. Haben wir zuvor die Panamesen als rücksichtsvolle Autofahrer kennengelernt, änderte sich alles in der Hauptstadt. Hier wird aggressiv gefahren, gedrängelt und gehupt was das Zeug hält. So erstaunt es einen auch nicht, dass man nur sehr wenige unverbeulte Fahrzeuge antrifft. Wir beobachteten die kuriosesten Unfälle und hatten sogar selber eine kleine Reifenpanne mitten auf dem Highway.

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Um 14:00 holten wir dann die Ausfuhrgenehmigung bei der DIAN ab um dann am anderen Ende der Stadt einen Batzen Bargeld der Dame von der Reederei in die Hand zu drücken. Wir buchten die Flüge nach Kolumbien, ein Hotelzimmer für Panama City und ein Appartment für die Wartezeit in Kolumbien bis der Laster abgeholt werden kann. So führte uns unsere letzte Station der Verschiffung ins 80 Kilometer entfernte Colón an die Atlantikküste, welche als eine der schmutzigsten und gefährlichsten Städte der Welt gilt. Kaum ein Reisender würde sich wahrscheinlich freiwillig in diesem Moloch aufhalten, wäre hier nicht der Hafen für die Verschiffung nach Kolumbien. Die etwas besseren Viertel sind verrammelt bis zum geht nicht mehr und dort fanden wir einen sicheren Stellplatz.

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Ein wenig Zeit nahmen wir uns, um die Umgebung zu erkunden. Rings herum, an einem See gelegen, entdeckten wir so allerlei tierisches. Dann wurde bis spät in die Nacht der Laster für die Überfahrt startklar gemacht. Wir verrammelten den Durchgang von Füherhaus und Wohnkabine mit einer Trennwand, räumten das komplette Führerhaus leer, verschenkten alle verderblichen Lebensmittel und packten Wertsachen sowie Kleidung für die nächsten 2 Wochen in unsere Rucksäcke.

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Riesige Containerberge wiesen uns den Weg zum Zoll, und hier ging alles schnell über die Bühne. Das richtige Büro auf dem Hafengelände zu finden, war schon etwas schwieriger. Wir drehten so manche Runde, fragten uns von einer Ecke zur anderen. Dann hiess es Abschied nehmen. Thorben fuhr den Frosch in das Hafengelände. Wir durften nicht mit herein und mussten mit gepackten Koffern auf einem schäbigem Schrottplatz hinter dem Zaun warten und sahen etwas schwermütig den Laster Richtung Beladung rollen. Hoffentlich geht alles gut, dachten wir. Bei vielen Reisenden wurde während der Verschiffung in die Autos eingebrochen, Sachen demoliert und gestohlen oder einfach grundlos Schaden angerichtet.

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Pünktlich zum einsetzenden Regen marschierten wir ohne unser Zuhause aus dem Hafengelände. Mit 2 schweren Rucksäcken, mehreren Taschen, Romy auf den Schultern und Levi in der Trage. Verschwitzt und nass bis auf die Knochen erreichten wir das Busterminal –  und erst nachdem Thorben mir ein Deo auf Anweisung des Fahrers gekauft hatte, durften wir mitfahren.

Zurück in Panama City kehrten wir in unser Hotel ein. Mitten im Zentrum, Pool auf dem Dach, super Aussicht bei Tag und Nacht.

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Nach der Arbeit folgte nun das Vergnügen: Sightseeing! Die Gegensätze in Panama City könnten nicht größer sein. Blickt man auf eine pompöse, von Wolkenkratzern dominierende Skyline die eher an Manhattan oder Shanghai erinnert, findet man nur wenige Ecken weiter die heruntergekommensten Armensiedlungen. Kaum vorstellbar, wie krass hier arm und reich aufeinanderprallen.

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An der grossen Avenida Balboa, die direkt auf die Skyline zuführt, ist parallel dazu ein langgestreckter Park angelegt worden. Hier lässt es sich am Ufer herrlich flanieren, und die vielen Spielplätze luden unsere Kleinen zum Spass haben ein. Welch eine Aussicht für klein Levi beim ersten Mal auf einer Schaukel.

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Ein ganz anderer interessanter Teil der Stadt ist Casco Viejo, die Altstadt.  Das Gebiet wurde 2003 zum Unesco Welterbe erklärt und an allen Ecken wird seitdem fleissig restauriert. Wir schlenderten durch die Gassen des halb verfallenen, halb modernisierten Stadtteils.

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Es war mal wieder brütend heiß –  immer wieder legten wir kurze Pausen zum abkühlen ein. Mal ein frisches gecrushtes Eis

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DSC_0463 Oh wie schön ist Panama! - DSC 0463 small - Oh wie schön ist Panama!

oder ein Bad im Brunnen an der Plaza del Francia am südlichsten Zipfel der Altstadt mit einer fantastischen Aussicht

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An jeder Ecke werden die überteuerten Panama-Hüte angeboten –  welche übrigens in Ecuador hergestellt werden.

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Ich schlenderte noch ein paar Ecken weiter, und ganz am Ende der Altstadt fand ich ein paar Stände mit Handwerksarbeiten der Kuna-Indianer. Hauptsächlich Molas, die aus Stoffresten bestehen und in Handarbeit in zwei bis sieben Lagen miteinander vernäht werden und durch Heraustrennen und Umnähen von einzelnen Flächen ein Motiv ergeben.Die Qualität der Molas ist unter anderem gekennzeichnet durch die Anzahl von verwendeten Stofflagen, die Feinheit der Nähstiche und die Gleichmäßigkeit und Größe der Ausgeschnittenen Teile des Bildes. Die Motivbilder reflektieren eine Mischung aus tradtitioneller Kuna-Kultur mit Einflüssen der modernen Welt.

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So ging es mir auch immer, wenn ich eine von den Kuna-Indianerinnen durch die Grossstadt eilen sah –  in Ihrer traditionellen Kleidung, die schwarzen Haare kurz geschnitten und mit einem Kopftuch verhüllt, die Nase am Septum gepierct, bunte Blusen, Wickelröcke, und an den Armen und Beinen der auffallende Perlenschmuck. Einerseits wirkten Sie wie aus einer fremden Welt, andererseits könnten Sie geradewegs den neuesten Modetrend tragen. Mich haben sie unglaublich fasziniert. So wunderschön, stolz und unnahbar.

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Mit dem Taxi ging es dann noch zu den Miraflores Schleusen am Panamakanal, der sich über 80 Kilometer vom Pazifik bis zum Atlantik erstreckt. Seit der Eröffnung 1914 sind mehr als eine Million Schiffe aus der ganzen Welt durch den Kanal gefahren. Seit 1963 ist er aufgrund einer entsprechenden Beleuchtung rund um die Uhr in Betrieb und bis zu 48 Schiffe können pro Tag geschleust werden und benötigen für die drei Schleusen Miraflores, San-Pedro und Gatun – ohne Wartezeit eingerechnet – 8 bis 9 Stunden.
Die Gebühren richten sich nach der Anzahl der Fracht, und so kostet ein großes Containerschiff in etwa 300.000 Dollar. Eine ganze Menge Geld, dafür erspart man sich den wochenlangen und gefährlichen Umweg über das Kap Horn.
Will man den Kanal schwimmend durchqueren, kostet es nur rund 0,36 Dollar.

Die Schleusen bilden zweifellos die technischen Meisterstücke des Kanals und die besten Chancen, ein Schiff in den Schleusen anzutreffen, ist zwischen 9 und 10 Uhr morgens und 15 und 17 Uhr nachmittags. Wir hatten Glück, denn genau zu diesem Zeitpunkt wollte ein kleines Katamaran und ein grosser Frachter die Schleuse passieren. Auf dem Besucherdeck war allerhand los, die Sitzplätze mit Blick auf das Geschehen waren voll besetzt und auch auf die Aussichtsplattformen des mehrstöckigen Gebäudes passte kein Grashalm mehr. Wir waren auf jeden Fall nicht alleine und konnten mit jeder Menge Hautkontakt dem Geschehen folgen. Ein wenig Geduld mussten wir mitbringen, bis das riesige Containerschiff an der Schleuse angekommen ist. An der eng bemessenen Kammer angekommen stieg die Spannung, wie der Ablauf an den hohen Stufen aufgrund des grossen Gezeitenunterschieds funktioniert. Mit Hilfe von kleinen Diesellokomotiven wurde der Dampfer sicher zur Schleuse geführt und nach der Flutung mit ungefähr 200 Millionen Litern Wasser war die Schleuse in kurzer Zeit passiert. Die hohen Stufen dienen aufgrund des grossen Gezeitenunterschieds des Pazifik als Treppen, um die Schiffe zu befördern. Die eng bemessenen Kammern lassen die Ozeandampfer mithilfe von starken mechanischen Mulis (Diesellokomotiven) die die Stabilität der Schiffe in den Kammern gewährleisten sicher passieren.

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Vom außerhalb gelegenen Flughafen hieß es nun Abschied nehmen, von Panama und von Zentralamerika. Fast 4 Monate haben wir hier verbracht und können auf viele schöne Momente zurückblicken. Die Ausreiseformularitäten dauerten gerade einmal 5 Minuten. Gepäck am Schalter abgeben, Stempel in den Pass. Fertig. So schnell haben wir noch kein Land in Mittelamerika verlassen. Wir sind gespannt, was uns in Südamerika erwartet. Baby Levi hat jedenfalls pünktlich in der Abflughalle begonnen, die Vorfreude auf seinen ersten Flug und den neuen Kontinent allen lautstark mitzuteilen. Hasta luego Panama!

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One thought on “Oh wie schön ist Panama!

  1. Hallo ihr Lieben!
    Ein ganz toller Bericht, den wir uns sicher noch einmal öfter durchlesen werden 🙂
    Wie ist das mit den Impfungen? Braucht man wirklich welche??
    Liebe Grüße,
    Nadine

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