18.05. – 01.07.2016

Der Grenzübergang Nicaragua nach Costa Rica gilt für viele Reisende als der mühsamste – dementsprechend früh machten wir uns auf den Weg. Zu anfangs lief alles wie am Schnürchen.  Wir wurden an den LKWs und Reisebussen vorbei geleitet und machten den Papierkram für unsere Ausreise. Bei der Fahrzeugausfuhr ging dann die befürchtete Bürokratie los. Wir sollen alles ausräumen aus den Fahrzeugen. Eine Katastrophe! Umringt von Händlern und Touristen, zwischen den parkenden Autos, den gesamten Hausstand auf dem Parkplatz ausräumen? Der Platz hätte niemals ausgereicht, geschweige denn die Zeit. Irgendwie schafften es unsere Männer den Beamten zu beschwatzen und wir wurden zur Röntgenmaschine für die LKWs geschickt. Warum nicht gleich so? Wir stellten uns brav in Reihe und warteten. Und warteten.  Nichts ging voran. Weil die zuständigen Beamten gerade eine Schulung hatten.  Wie schon so oft mussten wir die Mittagspausen der Bearbeiter aussitzen, und diesmal halt eine Weiterbildung – die zum Glück nicht nahtlos in die Mittagspause überging. Hätte ja durchaus passieren können. Die Laune wanderte von Stunde zu Stunde weiter in den Keller und kurz vor einem Nervenzusammenbruch aller Beteiligten hatten wir die Ausreise Nicaragua hinter uns und konnten Teil 2 in Angriff nehmen.

Bis jetzt hatte Thorben alle Grenzübergänge seit Guatemala im Alleingang gemacht, während ich auf die Kinder aufgepasst habe. Die übliche Desinfektion und Migration schafften wir zusammen und ging flott. Dem ganzen Rest wollte ich mich diesmal stellen. Startpunkt war das Zollgebäude um das Fahrzeug anzumelden. Der Beamte hatte absolut keinen Bock auf gar nichts und bewegte sich in Slow-Motion. Hätte nicht für möglich gehalten meine erste Begegnung mit einem Faultier bereits an der Grenze zu haben. Er schickte mich mit meinen Formularen zum Versicherungsbüro, was einen gewaltigen Fußmarsch durch das komplette Grenzareal bedeutete. Von hier aus musste ich zur Registration, dann zur Kopierstube, dann wieder zum Zoll, zurück zur Registration, zur Kopierstube und dann das ganze nochmal von vorne, da ich kurz vor Fertigstellung entdeckte, dass Thorbens Nationalität auf den Fahrzeugpapieren Albania statt Alemania geworden ist. Das Ende vom Lied war, dass wir erst gegen Abend nach Costa Rica einreisen konnten und ich ein paar Schuhe weniger mein Eigen nennen konnte.

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Glücklicherweise war unser Stellplatz nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt und kurz darauf konnten wir uns auf der schönen Finca Cañas Castilla der Schweizer Auswanderer Agi und Guido ein Plätzchen im Grünen suchen. Hier trafen wir auf unsere alten Bekannten Inka und Günther, von denen wir uns im Januar in Mexiko verabschiedet haben. Die Freude war groß, und bei Roulade, Spätzle und Sternfruchtsaft tauschten wir unsere Geschichten der letzten Monate aus.

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Nicht nur kulinarisch ist die Finca ein Paradies – auch die Lage ist traumhaft. Inmitten von dichtem Wald, weitab von Zivilisation und auf 360 Grad umringt von einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Um uns herum turnten die Klammerschwanzaffen, Truthähne balzten vor unserer Nase, unzähliges Vogelgezwitscher, Nachts zu tausenden blinkende Glühwürmchen, Riesenkröten und als Krönung über uns ein Faultier.

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Das faule Faultier machte seinem Namen alle Ehre und bewegte sich so gut wie überhaupt nicht, außer um Nahrung aufzunehmen. Und das in einem Tempo, da ist der erste Bissen schon verdaut, ehe der zweite in Angriff genommen wird. Hier machte neben dem Beobachten vor allem das Fotografieren Spaß. Das Faultier rennt nicht weg, macht keine hektischen Bewegungen und sogar die Zeit für mittendrin mal Akku aufladen ist auch noch drin.

Auch Costa Rica macht seinem Namen alle Ehre. Die „reiche Küste“. Was damals Columbus 1492 bei seiner Namensgebung auf die Natur und Tierwelt bezog, gilt heutzutage vor allem dem Geld. Es ist das teuerste Land Zentralamerikas, und allein schon beim Lebensmitteleinkauf wird es einem schwindelig.  Will man was von den vielen Nationalparks sehen, muss man ganz schön tief in die Tasche greifen. Das geht sogar so weit, dass, um zum Besucherzentrum des Nationalparks Rincón de la Vieja zu gelangen,  tatsächlich erstmal eine Strassengebühr fällig wird. Pro Person versteht sich. Nicht pro Fahrzeug. Der kleine mickrige Wasserfall ist gratis und den sahen wir uns natürlich an, aber das Bad in den heissen Quellen für 15 Dollar pro Person liessen wir ausfallen.

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Da uns die Hitze von Guanacaste zu schaffen machte und in Liberia kaum noch auszuhalten war, gaben wir Gas in Richtung Arenal-Region. Hier wurde für uns das erste Mal, neben den saftigen Preisen,  so richtig deutlich, warum Costa Rica auch die Schweiz Mittelamerikas genannt wird. Sattgrüne Wiesen, grasende Simmental-Kühe, gut organisierte Landwirtschaftsbetriebe.

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Direkt am Arenal See fanden wir einen Park, in dem wir umsonst und mit einer grandiosen Aussicht ein paar Tage standen.

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Die Kinder räumten alles Spielzeug aus den Fahrzeugen und hatten ihren Spaß

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und die Großen gingen den kulinarischen Freuden nach. Im nahegelegenen Örtchen, beim Auswander Tom aus Deutschland in seiner Bäckerei plus Biergarten. Weizen, Weißwurst und Brezeln!

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In den Bäumen hüpfte neben unzähligen kleinen Tukanen auch ein Riesentukan herum. Der Schnabel grösser wie der ganze Vogel. Und wie zum Beweis – da wir rätselten ob er wegen dem Schnabel überhaupt fliegen kann – war er auch schon wieder weg.

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Affen waren auch wieder allgegenwärtig, an jedem Baum hingen verpuppte Käfer aus denen nach und nach die Zirkaden schlüpften und beim spazieren war Vorsicht angesagt, um den Schlangen aus dem Weg zu gehen.

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Im Westen des Sees liegt der schlafende Vulkan Arenal, einer von 120 Vulkanen Costa Ricas, der bis 2011 einer der aktivsten Vulkane der Erde war und jede Nacht fleißig Feuer spukte.

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Um den gesamten See führt eine gute Strasse, die direkt am Ufer entlang geht und für ordentlich Fahrvergnügen sorgt und einiges fürs Auge bietet.

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Quasi am Fuße des Vulkans und direkt am Arenal See fanden wir einen herrlichen Stellplatz mit einer grandiosen Aussicht.

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Da es eine der schönsten Fahrstrecken seit langem war, wollten wir natürlich auch noch den Rest des Sees umrunden. Aufgrund der Regenzeit waren einige Strassen einfach nicht mehr da – dafür umso mehr Flüsse. Diese wurden vorher zu Fuß durchquert um auszutesten ob und wo wir am besten durchkommen.

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Eine Brücke fanden wir, die jedoch wenig Vertrauen erweckend aussah. Wir warteten eine ganze Weile vergebens, ob sich ein LKW blicken lässt und die Brücke nimmt und entschieden uns letztendlich wieder für den Weg durchs Wasser.

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Am nächsten Morgen schafften wir es, in aller Herrgottsfrüh das Monteverde Nebelwald-Reservat zu erreichen. Das Schutzgebiet Reserva Biológica Bosque Nuboso Monteverde umfasst etwa 10.500 Hektar und liegt an den Hängen des Gebirgsmassivs der Cordilleren de Tilaran im Zentrum Costa Ricas. Der Artenreichtum ist legendär: Über 2.500 Pflanzenarten, 100 verschiedene Säugetiere, Etwa 400 Vogelarten, 120 Reptilien  sind hier heimisch. Ein Highlight sind auch die vielen verschiedenen Orchideenarten, die es sich zum Großteil auf den Palmen gemütlich machen.

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Es ist der meistbesuchte Nationalpark,  dementsprechend hoch ist der Besucherandrang. Um diese Uhrzeit hingegen ist noch nicht viel los und für 20 Dollar pro Nase spazierten wir fast alleine durch den Wald, der von zahlreichen Wanderwegen durchkreuzt wird. Durch die hohen, dichten Bäume fiel kaum Sonnenlicht herab; wie es auch sein sollte in einem Nebelwald, nieselte es und die Luft war zum schneiden. Die Blätter der mannshohen Farne wackelten, obwohl kein Windchen wehte, und geheimnisvolle Geräusche schallten aus jeder Richtung.

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Die üppige Vegetation ist sehr beeindruckend, zum Nachteil jedoch um Tiere zu beobachten. Die sind so gut getarnt und versteckt. Nur anhand der Geräuschkulisse liess sich erahnen, was sich hier alles um uns herum tummelte. So manch ein Schrei, den man im Nebelwald hörte, wurde allerdings nicht von einem Affen losgelassen, sondern von einem der Canopy-Touristen, die hier an Zip-Lines für schlappe 75 Dollar an ellenlangen Stahlseilen entlang rasten. Höhepunkt und Highlight der schweißtreibenden, grossen Runde war die Hängebrücke. Von hier aus hatten wir einen tollen Blick auf den Wald, die Baumkronen und es ließen sich sogar einige Vögel blicken.

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Insgesamt war es ein schöner Spaziergang. Will man mehr sehen, bucht man sich einen Guide dazu. Für 80 Dollar. Dieser holt dann mit einem Superobjektiv alle möglichen Tiere heran, die man dann durch sein Fernglas abfotografieren kann.

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Tierisch ging es in dem kleinen Kolibri-Cafe vor dem Park zu. Hier hingen rund ein Dutzend Futterstationen an den Ästen, welche mit Zuckerwasser gefüllt die kleinen Kerlchen anlockte. In Scharen flatterten sie einem brummend um die Ohren und man ausgiebigst Zeit zum beobachten und fotografieren der winzigen Vögel.

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Sarchí, ein Ort im Norden von Alajuela, ist die Heimat der fröhlich bunt bemalten Ochsenkarren, heute ein Symbol von Costa Rica. Einst beherrschten sie als roh gezimmerte, einfache Karren die ländlichen Gebiete der zentralen Hochfläche und dienten zur Zeit des Kaffeebooms zum Transport der Säcke an den Pazifik. In der Blütezeit des frühen Kaffeeanbaus waren bis zu 10 000 dieser Karren unterwegs. was mit sich brachte,  dass sich die „Carreta“ zum nationalen Symbol entwickelte. Der Karren eroberte die Herzen des Volkes und stand für Kultur, Friedfertigkeit, Arbeit, Geduld, Beharrlichkeit  und Bescheidenheit im Bemühen, das Ziel zu erreichen.  Ein Besuch in einem der Handwerksbetriebe gab einen kleinen Einblick, in welch filigraner Arbeit die kleinen Kunstwerke hergestellt werden.

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Am grossen Platz im kleinen Sarchi steht der weltgrösste Ochsenwagen.

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Alle Wege führen nach Rom, und in Costa Rica heisst es: alles führt über San Jose. Will man von West nach Ost, von Nord nach Süd – da muss man durch. Eine Grossstadt im Dschungel. Schon weit vor der Stadt nimmt der Verkehr zu und wenig später steht man schon mittendrin. Nicht in der City, sondern im Stau. Der ist hier allgegenwärtig. Kommt man in die Rush-Hour, geht erstmal gar nichts mehr, da die Ticos nicht Auto fahren können und vor allem auf Ihr Recht bestehen und schon gar nicht einem Ausländer beim Spurwechsel den Vorrang geben. Kommt noch der tägliche Regenguss von 14-17 Uhr dazu, ist das Chaos perfekt. Die wenigen Gullys laufen über, die Rinnsteine verwandeln sich in reissende Bäche und Wasserfälle und verkehrstechnisch geht dann überhaupt nichts mehr.

In Cancún besuchte mich meine liebe Freundin Ramona aus Nürnberg und lud uns ein, doch mal bei ihrer Freundin Ale in Costa Rica vorbeizuschauen. Das ließen wir uns nicht entgehen und schlugen uns tapfer den halben Tag durch das Verkehrschaos wo wir erst gegen Abend, total am Ende. das Anwesen der Familie Philips in Heredia erreichten. Sicher umzäunt und umringt von einem Todessteifen mit Dobermännern machten wir uns auf dem riesigen Grundstück breit.

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Wir wurden unbekannterweise herzlich aufgenommen und stiessen zur Begrüssung mit einem Würzburger Riesling, den die Familie von ihrer Deutschlandreise mitgebracht hatte, auf unser zusammentreffen an. Die nächsten Tage chauffierte uns Ale durch die Stadt und den täglichen Mittagsguss vertrieben wir uns beim überdachten Airhockey.

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Ales Vater Alex lud uns für ein paar Tage in seine Ferienwohnung ein, was wir uns natürlich nicht nehmen liessen. Da es sich um ein sehr nobles Anwesen handelte, sorgten wir dementsprechend vor und polierten den Laster mal so richtig auf Hochglanz.

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In Kolonne fuhren wir an den Pazifik, Ale´s Eltern vorneweg um uns den Weg zu zeigen. Auf halber Strecke wurde Halt gemacht. Alex und Eva luden uns zu typischer Tico-Küche am Strassenrand ein: Reis, Bohnen und mächtig viel Fleisch. Lecker!

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Und weil das alles nicht schon genug war noch zu einer Krokodilsafari am nahegelegenenTarcoles-Fluss.

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Am Resort angekommen verschlug es uns allen dann erstmal so richtig die Sprache. Als normaler Mensch hat man an so einen Ort keinen Zugang. Luxus pur im Paradies. Ein eigener Pool mit Meerblick. Die Wohnung riesengross und ausgestattet wie in einem Hochglanzprospekt „Schöner Wohnen für Millionäre“. Allein die Dusche war so gross wie unser Wohnraum im Laster und in unserer Präsidentensuite ein Himmelbett und freistehende Badewanne.

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Hier ging Levi das erste Mal in seinem Leben baden

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und ringsherum krächzten die Aras in den Bäumen.

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4 Tage lang genossen wir das süsse Nichtstun und den Luxus, und fühlten uns so richtig reich und schön.

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Da wir uns noch um die Planung der Verschiffung Panama-Kolumbien kümmern mussten, organisierte uns Alex dann auch noch eine Wohnung für die nächsten 4 Wochen. Mit einer Flasche Wein, Pralinen und vielen Dankeschöns konnten wir nur annähernd unsere Freude über diese Herzlichkeit, Gastfreundschaft und Hilfe zum Ausdruck bringen. Liebe Familie Philips – Ihr seid Super!

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Auch hier das Meer vor der Nase, den Pool vor der Tür.

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Zusammen mit unseren Freunden Marcello, Laura, Lucas und Bruno bekochten wir uns jeden Abend gegenseitig und tauschten deutsch – uruguayische Rezepte aus.

Spätzle in Costa Rica

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Gebackene Banane mit Knoblauchsosse

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Parallel dazu lief der Copa Americana und die Europameisterschaft im Fernsehen. Beim Spiel Uruguay gegen Mexiko waren wir 90 Minuten mal keine Freunde; schliesslich mussten wir solidarisch zum Team von Levi gehören.

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Jeden Tag hatten wir Spass im Pool, auch klein Levi war immer dabei und bekam gar nicht genug vom planschen.

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Unser Freund Radu aus Rumänien, der die Panamericana mit dem Fahrrad fährt, schaffte es uns einzuholen. Das letzte Mal trafen wir ihn an der Grenze Alaska/Kanada. Dazwischen lagen nun 10 Monate und 12.000 Kilometer. Zeitgleich bekam Familie Wanderlust Besuch von den argentinischen Overlandern Mey & Javier, die die Panamericana von Süd nach Nord fahren, und so waren wir ein paar Tage ein großer, bunt gemixter Haufen.

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1 Woche planten wir zu bleiben, letztendlich wurden mehr als 3 daraus. Wir waren voll drin – im Faultiermodus. Oder war es das vielbepriesene Motto der Ticos: LA PURA VIDA? Wir warteten noch Romys 3. Geburtstag ab, bevor es wieder auf die Piste ging. Am späten Abend vor ihrem grossen Tag zauberten wir aus den wenigen Zutaten die uns zu Verfügung standen einen Schokoladenkuchen und dekorierten gemeinsam die gesamte Wohnung mit Luftballons. Am nächsten Morgen war die Freude somit schonmal riesig. Nachdem der Kuchen verspeist war, wurde das Geschenk ausgepackt beziehungsweise von Papa an die Palme gehängt: eine Pinata. Vor allem in Mexiko ist das auf jeder Geburtstagsparty zu finden, aber auch in Zentralamerika freuen sich Gross und Klein über diese Figuren aus Karton. Mit einem Holzstock klopfte sie so lange darauf ein, bis schliesslich jede Menge Suessigkeiten und Lernbuchstaben herausfielen. Dank Skype konnte Oma Siggi aus Deutschland sogar fast persoenlich gratulieren und ihr ein Staendchen auf dem Klavier vorspielen. Es war rundum ein herrlicher Tag fuer unsere kleine Prinzessin, an den sie sich noch lange erinnern wird.

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Nach 4 Wochen – erholt und voller Tatendrang  – verfrachteten wir unseren gesamten Hausstand wieder in den Laster, verabschiedeten uns nach 2 Monaten gemeinsamer Reisezeit von unseren lieben Freunden Overland Wanderlust und fuhren von der Küste in die Berge. Das ist das schöne an Costa Rica – Berge und Meer, Hitze und angenehmes Klima – beides nur wenige Fahrstunden von einander entfernt. Wir schlängeln uns über unzählige Serpentinen gemütlich in die Höhe, bis wir auf 3.338 Meter ankamen: Dem Cerro de la Muerte. Früher zählte die Strecke zu den gefährlichsten der Panamericana, heute zählt nur noch eines: Hier ist der höchste Punkt der Panamericana. Das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen und mit einem Grinsen im Gesicht passierten wir den unscheinbaren Hinweis.

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Aber auch Landschaftlich lohnt sich ein Abstecher hierher. Es ist kalt, Der Nebel wabert durch die Baumwipfel, Kolibris kreuzen den Weg, Riesenblätter säumen den Strassenrand und die Luft lädt ein, mal wieder so richtig durchzuatmen. Seit langem mussten wir auch unsere dicken Pullover und Zudecken hervornehmen und schliefen endlich mal wieder wie die Murmeltiere. Das, was wir zu Hause überhaupt nicht mögen, war für uns ausnahmsweise mal eine sehr willkommene Abwechslung.

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Auf gleicher Höhe, einen Katzensprung entfernt, besuchten wir den Vulkan Irazu. Etwas murrend bezahlten wir 20 Dollar Eintritt zum Nationalpark plus Parkgebühr, aber den schönen grünen Kratersee wollten wir uns nicht entgehen lassen. Eine steife Brise wehte uns um die Ohren, und dick eingepackt spazierten wir mit Rückenwind durch schwarze Vulkanerde bis zum Kraterrand um – ach du Schreck –  lediglich in einen leeren Krater zu blicken. Der See war verschwunden.

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Somit entschlossen wir uns doch noch einen Umweg zum Vulkan Poas zu fahren, einem der vier aktivsten Vulkanen in Costa Rica. Leider regnete es ununterbrochen und eine dicke Nebelsuppe machte eine Sicht mehr als 30 Meter unmöglich. Wir sparten uns somit 30 Dollar Eintritt für eine Aussicht auf Nichts und setzten diese in Vulkan-Erdbeeren mit Dulce Leche und Schokoladensoße um, die hier überall verkauft wurden. Romy glücklich, Levi durfte auch mal schlecken und wir freuen uns einfach auf die Vulkane in Südamerika.

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Wir verliessen ein wenig wehmütig die traumhaft schöne und kühle Bergregion und durch dichten Regenwald, vorbei an unzähligen Wasserfaellen, und machten uns auf den Weg zur Karibikküste.

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die wir mit dem Ort Limon erreichten. Hier legte damals Christoph Kolumbus an und gab Costa Rica seinen Namen. So richtig Karibikstimmung kam jedoch jedoch erst in Cahuita auf, unserem letzten Stopp in Costa Rica. Das kleine Nest liegt versteckt hinter dem bis an den Strand reichenden Regenwald, und bei einer kleiner Bar durften wir  auf einer grossen Wiese, unweit vom Meer, unser Lager aufschlagen.  Hier hat der Reggae wieder das Sagen, und die mehrheitlich schwarze Bevölkerung beschallte uns aus allen Ecken mit Bob Marley in Dauerschleife.

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Wir hatten sie nicht vermisst die letzten Tage: Die Hitze! Trotz alledem marschierten wir bei 30 Grad und einer Luftfeuchte von fast 100% kilometerweit mit Romy auf den Schultern und Levi an den Bauch gebunden zum Nationalpark Cahuita.

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Der Park trumpft mit einem kilometerlangen Wanderweg auf, der genau zwischen karibischem Traumstrand und dichtem Regenwald führt – und keinem Eintrittspreis.

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Es war so gut wie nichts los, dementsprechend gemütlich und entspannt liess es sich schlendern. Überall tat sich was. Man konnte keinen Meter laufen ohne etwas zu entdecken. Über uns turnten die Kapuzineräffchen, kleine Reptilien liefen einem fast über die Füsse, unzählige riesige Heuschrecken sassen auf den Blättern und frassen diese löcherig. Bunte Krabben versteckten sich im dichten Gewächs, riesigen blaue Schmetterlinge flatterten umher und zu meiner grössten Freude entdeckte ich einen hellblauen gepunkteten Frosch.

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Schon nach kürzester Zeit war uns mehr als schwindlig, da wir nicht mehr wussten ob wir besser nach oben in die Bäume oder nach unten auf den Boden schauen sollte. Dieser Park war ein Hiqhlight und ein toller Abschluss eines ungeplant langen Aufenthaltes in Costa Rica.

Das kleine Land hat uns unglaublich gut gefallen; es ist ein toll und abwechslungsreich mit seinen unzähligen Vulkanen, der trockenen Savannenlandschaft im Westen und den Nebel- und dichten Regenwäldern extrem viel für Natur- und vor allem für Tierliebhaber zu bieten hat.  Sauer aufgestossen sind uns wie schon erwähnt die horrenden Eintrittspreise für die Nationalparks und andere unzählige Aktivitäten. Letztendlich haben wir jedoch so viele Tiere, Insekten, Blumen und Pflanzen ausserhalb der Parks und vor allem ohne Guide entdeckt, dass wir gleich doppelt froh darüber sind!

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