20.04.-02.05.2016

Nach einer gute Woche im Exoten Belize erreichten wir die Grenze nach Guatemala. Die Ausreise war schnell erledigt, Fahrzeug und Pässe ausgestempelt und schon ging es durch den Fumigation-Tunnel nach Guatemala. Ob Kinder oder Asthmatiker an Bord –  egal. Die Chemiekeule muss drauf.

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Hat man diese überlebt, kommt die nächste körperliche Grenzerfahrung: Im Laster schmoren, 60 Minuten, bei 40 Grad Innen–  und Aussenhitze. Nebenbei noch Baby schaukeln und Kleinkind in Trotzphase bei Laune halten.

Währenddessen hatte Thorben Spass: Eine Grenze wie Mann es sich wünscht. Alle super korrekt und freundlich. Um die Laune weiter anzuheben, lief hinter der Theke der Migration und Fahrzeugeinfuhr auf 3 großen 40 Zoll Fernsehern das Topspiel der spanischen Fußball-Liga. Als ein Grenzhelfer Thorben dazu einlud, mit dem Taxi in die nächste Stadt nach Guatemala zu fahren um dort eine Kopierstube aufzusuchen nahmen wir dann doch lieber die eine 10 Meter neben der Theke –  welche nach Auskunft des Taxifahrers doch schon seit Monaten geschlossen war. Als alle Papiere fertig waren und die obligatorischen 160 Quetzales für den LKW bei der Bank eingezahlt waren, meinte ein Mitarbeiter des Zolls, dass heute morgen leider die Aufkleber für die Windschutzscheibe ausgegangen sind und neue erst im laufe der Woche kommen. Wir fuhren natürlich ohne weiter, was sich später noch rächen sollte.

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Ich freute mich auf Tikal, die letzte Maya-Anlage die wir auf unserer Reise besichtigen. Das Areal ist riesig und der gesamte Nationalpark umfasst 576qkm. Von der Eingangsschranke bis zu den Ruinen sind es nochmal 20km bis wir auf einer großen Wiese campen konnten. Tikal hat während seiner langen Geschichte von 200v. Chr. bis 800n. Chr. die gesamte Maya Welt beeinflusst und ist ein großartiges Erlebnis. Gewaltige Paläste und bis über die Gipfel der Bäume hinausragende Tempel liegen in dichtem Regenwald versteckt.  Die riesige Anlage wurde in einem Zeitraum von mehreren hundert Jahren errichtet und umfasst hunderte von Tempeln, Pyramiden und Stelen.

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Am nächsten Morgen um 5.30 Uhr klingelt der Wecker. Ich schnappte meine Ausrüstung und Levi und machte mich zu den Ruinen auf, während Thorben und Romy noch friedlich schlummerten. In der einsetzenden Morgendämmerung wanderte ich durch den menschenleeren Dschungel. Um mich herum waren die Brüllaffen noch mächtig brüllend am Revier markieren und über mir, hoch oben in den Wipfeln schwangen sich die Spider Monkeys von Ast zu Ast, als gäbe es keine Schwerkraft.

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Schon nach dem ersten Kilometer schwitzte ich wegen der hohen Luftfeuchtigkeit aus allen Poren und kam mächtig ins schnaufen, da es stetig Bergauf geht und 6 Kilo Baby vorne und mehrere Kilo Rucksack hinten an mir dranhingen. Nach weiteren Kilometern Gewaltmarsch, Blasen an den Füssen erreichte ich letztendlich barfuss den Grand Plaza im Zentrum. Lediglich ein Pfau spazierte einsam über die Wiese –  ansonsten hatte  ich das Tempelareal mit den hochaufragenden Pyramiden für mich alleine. Der Nebel waberte noch in den Bäumen und gab dem Ganzen eine wahrhaft mystische Atmosphäre. Das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt!

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Mit letzten Kräften bestieg ich eine der grossen Pyramiden um die Aussicht auf den dichten Dschungel und die umliegenden Pyramiden zu bestaunen –  blieb jedoch auf halbem Wege stocken. Auf Höhe der Baumkronen direkt vor meiner Nase frühstückten unmengen an Papageien und Tukane.

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Wir fuhren weiter nach Flores. Der kleine Ort liegt auf einer Insel im Peten Itza See und ist über einen Damm mit dem Festland verbunden. Hoch oben auf dem gegenüberliegendem Berg ist ein kleines Hostel mit herrlichem Ausblick auf das schöne, bunte Städtchen. Hier verbrachten wir die nächsten Tage mit Essen, faul in der Hängematte abhängen und Trampolin springen bei 40 Grad.

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Mit dem Taxiboot schipperten wir zu einem Spaziergang hinüber. Kamen jedoch nur bis zur nächsten Eisdiele – es war einfach zu heiss.

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Die goldene Mitte von Guatemala hat es in sich. Die Strassen, sofern überhaupt vorhanden, sind in keinem guten Zustand. Man muss ständig auf der Hut vor Kratern sein, die sich plötzlich auftun. 

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Obendrein machte uns die Hitze immer mehr zu schaffen. Temperaturen von 40 Grad am Tag, 30 in der Nacht. Zu gerne hätten wir noch einige Abstecher ins Hinterland gemacht, aber wir wollten Höhe gewinnen und uns endlich abkühlen. Da kamen uns die vielen Flüsse immer sehr gelegen, um am Abend die nötige Abkühlung zu bekommen. Neben Einheimischen, die dort ihre Wäsche wuschen oder sich selber kräftig einseiften.

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Um ins Hochland zu gelangen, mussten wir durch Guatemala-Stadt, der grössten Stadt Zentralamerikas – und dem grössten Moloch das ich je gesehen habe, zumindest wenn man aus dem Norden kommt. Wellblechhütten-Favelas, Dreck, Grau in Grau, Kilometerlang.

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Nach der Durchquerung der Metropole verbrachten wir den Rest des Fahrtages und auch die Nacht bei der Cabana Suiza. Ein kleines Paradies hoch über der Stadt. Wir campten auf einer grossen Wiese mit Blick auf lebensgrosse Plastikkühe und 2 echte Bernhardiner, Hubschrauberlandeplätze mit der Schweizer Fahne als Logo und einer grandiosen Aussicht auf Guatemala Stadt und die weit entfernt am Horizont stehenden Wolkenkratzer. Im Restaurant der Hotelanlage, welches wie eine schweizer Berghütte aussieht und innen rustikal ausgestattet ist, liessen wir es uns mit Bratwurst, Kartoffelsalat, Hefeweizen und zum Abschluss mit Engadiner Nusskuchen schmecken – dafür durften wir umsonst campieren.

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Fast übegangslos fliessen die Ausläufer von Guatemala Stadt in Antigua über. Die ehemalige Hauptstadt und nun zu Recht UNESCO-Weltkulturerbe mit ihren wunderschönen Gässchen, kolonialer Atmospähre, indogenem Treiben und angenehmen Klima zu Füssen der Vulkane. Wir campten gratis  und zentral bei der lokalen Touristenpolizei auf einem grossen Grundstück mit Wiese und schattenspendenen Bäumen und trafen einige Overlander an, denen wir schon unterwegs begenget sind. Mit den anderen kamen wir schnell in Kontakt und hielten so manch angenehmen Plausch. 3 Tage verbrachten wir in Antigua, schlenderten durch die kleinen Gassen mit den bunten Häuschen, liessen es uns in einigen der schönen Hinterhofcafes schmecken und genossen die kühle, frische Luft mit dem abendlichen Nieselregen.

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Wir sind bereits in der Regenzeit, und die sonst sichtbaren Vulkane in der unmittelbaren Umgebung versteckten sich hinter dem diesigen Himmel. Nur manchmal blitzte ein Teil davon verschwommen heraus.

Da sich unweit von Antigua der sehr aktive Vulkan Fuego befindet, buchte Thorben eine Express-Tour auf den Nachbar-Vulkan Acatenango:  Pünktlich um 23:00 Uhr wurde ich vom Fahrer abgeholt um dann totmüde und im einem Mordstempo 40 Kilometer durch kleine Bergdörfer Richtung Startpunkt des Aufstieges gefahren zu werden. Fazit der Fahrt: 3 Vollbremsungen wegen streunender Hunde, jedoch war ich jetzt wieder hellwach. Mein Guide kam mit ca. 15 Minuten Verspätung am Treffpunkt an und wir begannen sofort mit dem Aufstieg. Über 1800 Höhenmeter und 7,5 Kilometer lagen vor uns um den Gipfel zu erreichen. Wir wanderten durch ein Mais-Feld, und wurden bei totaler Dunkelheit nur von rennenen Hasen und unserem Begleiter einem Hund des öfteren zu Tode erschreckt. Wir hatten erst die erste der 3 Vegetationszonen, den Mischwald, hinter uns gelassen und die Beine wurden schwerer und schwerer. Auch die Höhe von mittlerweile 2800 Metern macht es nicht einfacher. Wir stiegen weiter durch Nadelwälder und hinter uns tauchte hell erleuchtet Guatemala-Stadt auf. Der Blick auf die nächste Tafel sagte, dass wir erst knapp die Hälfte geschafft hatten und ich hätte mich am liebsten hingelegt und erst einmal richtig ausgeschlafen. Nach einer kurzen Pause und einem Sandwich –  der Hund freute sich über mein zweites –  marschierten wir weiter. Es wurde steiler und steiler, endlose Serpentinen bahnten sich den Weg nach oben und immer noch kein Gipfel in Sicht. Endlich verschwand alles Grün und ein riesiger schwarzer Gipfel tauchte vor uns auf jedoch noch immer kein Fuego in Sicht. Mein Guide Tito erklärte mir, dass man diese erst sieht, wenn man ganz oben ist. Die letzte Etappe ging dank Gipfelfieber recht einfach, auf losem Untergrund jedoch nur langsam voran. Und endlich Stand er in seiner vollen Pracht, gefühlt nur 100 Meter vor uns: Ein brodelnd, grollendes und rauchendes riesiges Gebilde. Ich legte mich mit der Kamera auf einen Stein und just in diesem Moment schoss eine riesige Lavafontäne in die Luft und glühende rote Steine krachten zu Boden.

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Tito meinte, so ein großer Ausbruch ist selbst am Fuego selten, obwohl dieser ca. alle 30 Minuten raucht und etwas Feuer spuckt. Ein Blick auf die Uhr sagte 3:20. Da hatte sich der schnelle Aufstieg gelohnt, geplant war nämlich erst 2 Stunden später hier zu stehen. Die restlichen 3 Stunden verbrachten wir zitternd bei ca. -5 Grad versteckt, mutterseelen alleine hinter eine Felsspalte um auf den Sonnenaufgang zu warten. Der Abstieg war ein Klacks, dank weichem Untergrund rannten und sprangen wir die meiste Zeit humaneren Temperaturen entgegen. Nach 1 1/2 Stunden war wir wieder auf 2200 Meter und ich wurde wieder zum Frosch zurückgefahren.

Gegen 7 Uhr am Morgen, Thorben sollte gegen 9 Uhr wieder zurück sein, fing der Laster an zu wackeln. Ich freute mich schon, dass er schon da ist, und gerade freudestrahlend in den Laster steigen will. Aber Fehlanzeige. Kein Thorben, und der Laster wackelte weiter. Mir rutschet das Herz in die Hose, ich sah niemanden vor der Türe stehen. Ich blickte durch jedes Fenster. Keiner da. Bis sich das Geheimnis lüftete: Ein Erdbeben. Als ich mich später mit unserer Nachbarin unterhalte bestätitg sie mir meine Vermutung. Sie hatte noch am Morgen ihren Sohn zusammengefaltet, nicht immer im Bett rumzuspringen 🙂

Nachdem sich Thorben noch etwas ausgeruht hatte, sofern das mit 2 Kindern überhaupt möglich ist, fuhren wir am Nachmittag weiter zum Lago Atitlan. Auf halber Strecke wurden wir von einer von unzähligen Polizeikontrollen angehalten. Fahrzeug-, Führerschein und den Einreisesticker bitte. Wir erklärten den bis auf die Unterhosen bewaffneten Beamten, dass diese an der Grenze nicht verfügbar waren. Die Einfuhrgenehmigung für das Fahrzeug konnten wir vorweisen, interessierte die Polizisten jedoch nicht. Sie wollten eine Bestätigung, dass wir die umgerechnet 20 Euro Gebühr entrichtet haben. Wir stellten den Laster auf den Kopf um eine Quittung zu suchen, jedoch ohne Erfolg. Auch das altbewährte Aussitzen, bis die Beamten keine Lust mehr hatten, zog nicht. Nach 2 Stunden mussten wir dann doch unsere Notdollar zusammenkratzen und 50 US-Dollar Strafe zahlen. Auf die Quittung haben wir beharrt, schliesslich wollten wir nicht am nächsten Tag das gleiche Spiel nocheinmal durchmachen. Mit Wut im Bauch fuhren wir weiter und von 1600 Metern hinauf auf 2600 Meter. Es wurde regelrecht kalt, dichter Nebel überall.

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Wir quälten uns bei Dämmerung durch eine kleine wuselige Stadt und bei Dunkelheit über Serpentinen, bei denen es senkrecht wieder 1000 Höhenmeter nach unten ging. Und erst spät Abends erreichten wir unseren Platz am See in Panajachel. Dort warteten schon Marcello und seine Familie auf uns. Am nächsten Tag hatten wir erstmals die Gelegenheit überhaupt zu sehen, wo wir gelandet sind. Direkt am Seeufer auf einer riesigen Wiese, keine 100 Meter vom Taxiboothafen entfernt. Perfekt. Denn um die anderen Dörfer zu erkunden ist es ratsam ein Boot zu nehmen. Andernfalls muss man schlechte Strassen in Kauf nehmen und sehr sehr viel Zeit haben.

Der Lago Atitlan ist das Aushängeschild für Guatemalas natürliche Schönheit – von Vulkanen eingefasst und von kleinen Dörfern umgeben. Die graue Wolkensuppe seit Antigua verfolgte uns, keine Vulkane weit und breit, obwohl sie eigentlich direkt vor unserer Nase sein mussten. Nur manchmal spitzet einer durch und liess erahnen, wie zauberhaft schön es sein muss bei klarem Himmel.

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Mit unseren Nachbarn stiegen wir am Nachmittag in ein kleines Boot, um uns das esoterische Hippiedorf San Marcos anzusehen, wo man zum Beispiel eine 4–wöchige Mond-Kur macht oder eben eine Sexualtherapie bei einem Guru. Das Wasser spritzte von den Wellen auf uns, dazu gesellt sich der Regen. Riesige Wellen kamen auf und wir hüpfen gefühlt von Topes zu Topes einem Beckenbruch entgegen. Gegen das Spritzwasser und den Regen bekamen wir – nachdem wir schon völlig durchnässt waren– eine grosse Plane unter der wir uns halbwegs verstecken konnten. Erhaschte man zwischen Plane und Welle mal einen Blick nach draussen, verstand man die Welt nicht mehr. Die nobelsten und modernsten Villen protzten an den Berghängen. Völlig fehl am Platz, wenn man bedenkt, wie es in den Dörfern aussieht.

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Das Boot bekam von den ganzen harten Aufschlägen einen Riss, welcher sich die gesamten 45 Minuten lang millimeterweise vergößerte. Endlich in San Marcos angekommen, regnete es nun komplett wie aus Eimern und uns blieb leider nur wenig Zeit, den Ort zu besichtigen, da das letzte Schiff schon bald wieder ablegte.

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 Wir gönnten uns einen Tee, denn essen mochte keiner. Schliesslich hatten wir noch eine weitere Tortour mit Boot und Wasser  vor uns.

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War die Hinfahrt schon der Horror, die Rückfahrt wurde noch getoppt. Zum Regen gesellte sich ein Gewitter. Riesiege, lange Blitze zucken über den Himmel und der Donner glich Kanonenschlägen, die in einem Tunnel gezündet werden da durch die Berge ringsherum der Schall zurückgeworfen wurde. Ich machte mir fast in die Hose vor Angst, was gar nicht weiter aufgefallen wäre, da unsere Plastikplane direkt über mir einen Riss hatte, wo im Minutentakt Schwälle von Regenwasser auf mich herunterliefen.

Einen Tag später das gleiche noch einmal. Rauf aufs Boot. Diesmal nach Santiago Atitlan – von Panajachel aus einmal quer über den See – und das Dorf am See, in dem sich das einheimische Flair am stärksten erhalten hat. Bepackt mit Levi stieg ich in die Nusschale. Die Wellen liessen es schaukeln wie verrückt und fuhr nicht los. Hier wird nicht nach Fahrplan gestartet sondern erst, wenn die Hütte voll ist. Somit warteten wir noch eine gute halbe Stunde bis ich schon kurz davor war das Mittagessen wieder auszuwerfen. Das nächste Mal kauf ich die leeren Plätze auf –  bei einem Fahrpreis von ca. 50 Cent und etwa 20 Plätzen durchaus mal machbar. Der Himmel war wie immer wolkenverhangen aber Regen und Gewitter blieben aus, und da ich vom Vortag was gelernt hatte und mir meine Hüftgelenke lieb und teuer sind, setzte ich mich ganz nach hinten wo man die Topes fast nicht spürte.

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In Santiago angekommen schlenderten wir durch die kleinen Gassen

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besuchten die Kirche

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und ich fragte mich bei den Einheimischen durch, wo Maximon derweil wohnt. Mit dem Tuk-Tuk fuhren wir eine ganze Weile am See entlang

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 vorbei an Frauen die noch traditionell die Kleidung am Ufer des Lago Atitlan waschen,

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rasten im Slalom um die unzähligen reudigen Strassenhunde herum, bis wir in einem Hinterhof, am Ortsrand Maximons Zuhause erreichten. Maximon – eine hochverehrte Gottheit in Guatemala. Guemalteken aller Schichten bringen Opfergaben an der Statue von  San Simon dar und bitten um seinen Segen. Die Statue wohnt im Haus eines Mitglieds der Maya Bruderschaft und zieht jedes Jahr an einen anderen Ort um.   In Santiago Atitlan ist Maximon eine in bunte Seidenschals gehüllte Holzfigur. Des kettenrauchenden Alkoholikers Lieblingsgeschenke sind Payaso-Zigaretten und Venado-Rum. Ausgestattet mit beidem betraten wir den dunkeln Raum, in dem gerade eine Zeremonie stattfand.

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Was da genau los war habe ich nicht verstanden. Maximon war kräftig am Zigarette rauchen, sein Bewacher reichte ihm gelegentlich einen Aschenbecher und klopft ab. War die Kippe ausgeraucht, wurde Schnaps nachgekippt und die nächste Zigarette angesteckt und der Holzfigur in den Mund geschoben. An seinen Kleidern steckten Geldscheine, vor ihm brannten Kerzen. Soweit kam ich noch mit. Vor ihm sassen zwei Männer auf dem Boden, einer redete und schrie sich um Kopf und Kragen, schwenkte Weihrauch, neben ihm ein anderer mit einem Tuch über dem Kopf. So war es als ich angekommen bin und als ich später wieder aus der dunklen, verqualmten Bude rausging, ging es so weiter. Vielleicht sitzen die Beiden immer noch vor Maximon – er raucht und säuft bestimmt immer noch.

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 Nach ein paar entspannenden, erfrischenden Tagen bei angenehmen 25 Grad am Tag und 15 Grad in der Nacht waren die Batterien wieder aufgeladen. Seit Wochen konnten wir endlich Tagsüber durchatmen, Nachts ohne 3 laufende, laute Ventilatoren schlafen und wurden nicht vom eigenen Schweiss morgens um 5 geweckt. Wir waren bereit, noch tiefer in das Hochland und in das kulturelle Herzstück vorzudringen. Satte 2 Stunden für 20 Kilometer. Neuer Rekord! Vom Atitlan wieder hoch in die Berge, durch kleine Dörfer hindurch, talabwärts, das ganze wieder nach oben und dazu verrückte Chickenbusse, die wild überholten. Immer am Berg, kurz vor der Kurve, und ja nicht bremsen.

In Chichicastenango angekommen wiederholte sich das Drama, welches uns bei den indigenen Dörfern immer überkommt. Enge Gassen, Einbahnstrassen die das Navigationsgerät nicht kennt und Märkte die man durchfahren muss um den Stellplatz zu erreichen.

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Das Tor ins Zentrum

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Lokale Metzgerei

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Zahnarzt

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Auf einem Hügel südlich der Stadt befindet sich der Pascual Abaj, ein Schrein für den Erdgott der Mayas. Hier werden regelmässig Opfer dargebracht in Form von Blumen, Duftessenzen, vielleicht sogar ein Huhn. Wir ächzten den von Kiefern bewachsenen steilen Weg hinauf, aber oben war tote Hose. Auf dem Müllhaufen fanden wir noch Reste von Federn und Schnapsflaschen –  die Party fand ohne uns statt.

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Von hier oben hatte man eine wunderbare Aussicht auf Chichicastenango, und zwischen den grauen Hütten strahlte der schöne bunte Friedhof heraus.

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Das eigentliche Highlight und Grund unseres Abstechers nach Chichi war jedoch der berühmte Markt der Maya-Händler mit schamanischen und zeremoniellen Untertönen. Am frühen Morgen bei Sonnenaufgang zog ich mit Levi los. Viele Händler waren noch mit den Aufbauarbeiten beschäftigt, aber je näher man sich der Kirche Iglesia de Santo Tomas näherte, desto voller wurde es.

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Tücher in den buntesten Farben

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getrockneter Fisch

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gute Laune

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handgemachte Tortillas

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Küken

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Truthähne und Hasen.

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Für jeden was dabei.

Auf der Treppe der Kirche Iglesia de Santo Tomas jedoch stapelten sich Unmengen an bunten Blumen und Wolken von Rauchfässern waberten vor sich hin. Es war Sonntag. Die Vorfahren werden geehrt und in der Kirche, sehr entfernt katholisch, nach dem Maya Glauben gebetet, geklagt, Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet.

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 Mein Reiseführer versprach: Wer Chiapas in Mexiko mag, wird Guatemala lieben. Dem muss ich voll und ganz zustimmen. Kann man aber auch genau ins Gegenteil übersetzen:

Die Strassen sind ähnlich beschissen. Zwar findet man hier fast keine Topes mehr, aber Tagesetappen von 100 Kilometern zu fahren Grenzen an ein Wunder und gehen an die Substanz. Die wunderschöne Landschaft und die freundlichen Guemalteken –  Nachkommen der Mayas –  die noch heute viele alte Traditionen fortführen wie Sprache und Kleidung, sind es jedoch Wert und entschädigen für alles. Ein Land zum hängenbleiben. Am liebsten hätte ich noch weitere Dörfer und Märkte besucht.

Dem Land eilt jedoch leider auch ein schlechter Ruf voraus, von dem wir persönlich rein gar nichts bestätigen können. Wir fühlten uns immer sicher und haben nur positive Erfahrungen gemacht. Da wir Wettertechnisch etwas nachhinkten, gaben wir nun wieder Gas Richtung Süden um der Regenzeit ein Schnippchen zu schlagen. Wir verliessen das Hochland und fuhren in Richtung Grenze nach El Salvador. Dazu muss man wieder durch Guatemala-City, jedoch diesmal nach Osten. Und siehe da, ich muss meine Äußerungen revidieren. Wie alles hat auch diese Stadt zwei Gesichter. Shoppingmalls, Werbetafeln noch und nöcher,  protzige Villen an den Berghängen, moderne Hochhäuser.

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 Im letzen Eckchen von Guatemala, bei einer kleinen Hotelanlage mit Poollandschaft trafen wir uns mit den Overlander-Wanderlusts & Dagmar und Manfred. Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ werden wir durch die bösen Buben von Zentralamerika im Konvoi fahren.

Routenplanung

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und los geht´s

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Hasta Luego Guatemala, Bienvenidos El Salvador!

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