04.01. – 23.01.2017

Patagonien – eine Region der Superlative: Stille, Einsamkeit, einzigartige Natur mit rauem Charme.
Während Levi, Romy und ich noch friedlich im Bett schlummerten, hatte Thorben bereits um 4 Uhr morgens einen Job zu erledigen: den Frosch auf die Fähre fahren. Pünktlich zur Frühstückszeit erreichten wir mit Chaiten wieder das Festland, bereit für einen neuen Abschnitt der Reise.
„Quien se apura pierde tiempo – Wer sich beeilt, verliert Zeit“, nahmen wir uns zu Herzen und stiegen direkt vom Laster in einen ausrangierten Linienbus, der seinen Lebensabend als Café verbringt um uns mit feinstem Kuchen zu versorgen – ein Highlight für das verschnarchte Nest.
2008 begrub der Vulkan Chaiten den gleichnamigen Ort mit einer Lawine aus Schlamm, Steinen und und einer 15 Zentimeter hohen Ascheschicht. Nur das übersichtliche Zentrum wurde verschont und erholt sich sehr langsam von dem Unglück. Nach längerer Suche entdeckten wir den kleinen Supermarkt, der mehr Hochprozentiges als Essbares anbot, um die Vorräte für die nächsten 421 Kilometer bis nach Coyhaique, der einzigen Stadt an der gesamten Carretera Austral, zu füllen.

In den nahe gelegenen Thermalquellen von Amarillo genossen wir anschliessend bei 5 Grad Aussentemperatur ein schönes Bad im Quellwasser, dass kochend heiss, eingebettet inmitten des kalten Regenwaldes, in das Becken einlief. Neben Pflanzen, die uns bereits in Zentralamerika begegneten, stach eine ganz besonders hervor: Das Mammutblatt. Die Blätter der Gunnera Pflanze erreichen hier eine Grösse von bis zu zwei Metern Durchmesser und erinnern an einen grossen Regenschirm, einem unabdingbarem Gegenstand für diese Region, die zu den regenreichsten der ganzen Welt zählt.

Nun begann für uns das Abenteuer Carretera Austral. Die legendäre Strasse erschließt erst seit 1976 weite Teile Nordpatagoniens, die bis dahin nur zu Fuss oder per Schiff zugänglich waren. 20 Jahre dauerte der Bau der 1.247 Kilometer langen Strecke, beginnend in Puerto Montt bis ins südliche Villa O´Higgins. Zum grössten Teil bestehend aus rauher Schotter- und Erdpiste, durch eine weite wilde Traumlandschaft, und dazwischen nur vereinzelt kleine, einsame Ortschaften, hunderte Kilometer von einander entfernt.

Der Regen liess auch nicht lange auf sich warten und aus der gemütlichen Fahrt im Sonnenschein wurde eine Höllenfahrt. Es schüttete wie aus Eimern und verwandelte die schwierige Piste in eine nervenzehrende Tortour. Die Strasse ein Meer aus grossen, knöcheltiefen Schlaglöchern; ein schräges Bankett, das jeden Fahrfehler sofort mit dem Aus im Graben straft und eine eingeschränkte Sicht durch Regen und Nebel. Positiv an dem Ganzen war, dass sich die unzähligen Schlaglöcher mit Wasser füllten und sich schon von weitem ankündigten. Türkis schimmernden Seen, Gletscherfelder zwischen den Bergeinschnitten inmitten von einem riesigen botanischen Garten. Das alles konnten wir nur im Ansatz erahnen und trotz allem begeisterte uns diese atemberaubende Landschaft. Dafür rauschten in den nebelverhangenen Fjorden unzählige Wasserfälle die Hänge bis an den Strassenrand – dank des strömenden Regens – herunter.

In Serpentinen ging es rauf und wieder runter durch üppige, saftig grüne Vegetation, die versucht ihren Platz vollends wieder einzunehmen. Teilweise wird die Piste so schmal, das zwei Autos nur mit Mühe und viel rangieren aneinander vorbeikommen. Uns begegneten aber mehr Radler als Autofahrer, und das für dieses Mistwetter in erstaunlicher Anzahl. Jeder davon erhielt von uns ein Kopfschütteln, gleichzeitig aber auch jede Menge Respekt für dieses Projekt.

Leider erlebt die Carretera Austral gerade einen Wandel. Überall wird gebaut und zwang uns des öfteren zu Wartepausen von bis zu einer Stunde bis unsere Seite wieder freie Fahrt erhielt. Mit schweren Maschinen bekommt die Piste nach und nach Asphalt aufgetragen, was natürlich für die Einheimischen eine Notwendigkeit ist. Für uns Reisende mit mehr Zeit als Zielen wird in Zukunft ein Teil Abenteuer verloren gehen.

Die einzigen nennenswerten Bauwerke an der Strecke sind riesige Brücken über die breiten Flüsse. Diese boten für unzählige Overlander, ob mit Auto oder Fahrrad, einen trockenen Unterschlupf zu finden. Wir gesellten uns dazu und die trockenen Phasen nutzte Thorben fürs Angeln im Lago Yelcho. Leider ohne Erfolg, dafür mit einer unbezahlbaren Aussicht auf Natur Pur.

Unzählige Nationalparks, grösstenteils unbekannt, liessen wir hinter uns liegen, die geplanten Wanderungen fielen buchstäblich ins Wasser. Den nächsten Abend verbrachten wir an einem schönen Fluss, kamen aber kaum zur Ruhe. Der Wasserstand stieg und wollte gar nicht mehr aufhören und so fuhren Stunde um Stunde ein Stück vom Ufer zurück, um in der Nacht keine böse Überraschung zu erleben.

Nach zwei nassen Tagen, die wir ausschliesslich im Laster verbrachten und kurz vor einem Lagerkoller standen, erreichten wir Coyhaique mit ihren 45.000 Einwohnern. Der Himmel riss endlich auf und wir blieben ein paar Tage. Genossen gemütlich spazierend das Stadtleben und das Leben ausserhalb der 8 Quadratmeter Wohnfläche. Schon vor einiger Zeit hatten wir bemerkt, dass unser Koffer wegen eines gebrochenem Zwischenrahmens nach unten abgesackt ist – auf der Lagunenroute in Bolivien hat das Material erheblich gelitten. Die Carretera Austral tat ihr übriges und ein Schweißer war unsere letzte Rettung um noch weiterfahren zu können.

Da es weiter im Süden noch weniger Infrastruktur gibt, deckten wir uns mit reichlich Diesel und Lebensmitteln ein. Aus Umweltschutzgründen gibt es nirgends Plastiktüten beim Einkauf, und alles wird an der Kasse in Kartons verpackt. Die Menschen in der Region sind es gewohnt, mit wenig auszukommen – zu weit sind sie von der Zivilisation und deren reichhaltigen Gütern entfernt. Am nahegelegenen Lago Elizalde trafen wir unsere Freunde David und Claudia wieder. Auch unsere Kinder fanden, aus dem wenigen Verfügbaren in der entlegensten Gegend, etwas zum Zeitvertreib. So spielte Romy mit den Einkaufs-Kartons verstecken und auch Baby Levi war nicht unkreativ mit seiner Knochen-Trommel.

David, Thorben und ich warfen im Wechsel bei Windstärke 7 die Angeln aus. Ich hatte den kleinen Finger und den neben mir stehenden Baum am Haken, David war etwas erfolgreicher mit ungeniessbaren Miesmuscheln. Thorben ging als Gewinner, mit einer Forelle am Haken. Die Blumenwiesen luden zum pflücken und basteln ein. Und soweit es Wind und Kälte zuliess verbrachten wir die gemeinsamen Abende gemütlich zwischen den Fahrzeugen als Windschutz bei Wein und aufgeregten Gesprächen über die Weiterreise.

 

Zurück auf der Carretera Austral konnten wir nun endlich den Zauber der Strecke erleben. Nach 50 Kilometer ging die Teerstrasse wieder in die gewohnte Schotterpiste über, dafür war Traumwetter mit fast wolkenlosem Himmel angesagt. Erlebten wir auf den ersten 421 Kilometern alles Grau in Grau, war die Landschaft nun bei strahlendem Sonnenschein wie aus dem Bilderbuch. Schon von weitem strahlten uns die schroffen Berge des Cerro Castillo mit seinen schneebedeckten Gipfeln und hängenden Gletschern in nur 2.000 Metern Höhe entgegen. Links und rechts der Strecke windet sich die Strasse an Seen und Schluchten vorbei durch dichte Wälder. Die Fahrerei forderte volle Konzentration, das Fahrerhaus dröhnte und ein eine Unterhaltung war nicht zu denken; die unzähligen Fotostopps jedoch sorgten für Erholung, Begeisterung und belohnten uns für die Strapazen.

Das gleichnamige Naturschutzgebiet Cerro Castillo ist durchzogen von den Flüssen Rio Ibanez und Rio Murta, an dessen Ufern rosa- und fliederfarbene wilde Lupinen wachsen.

Der Rio Ibanez blieb unser ständiger Begleiter, nahm stetig an Grösse zu und mündete schliesslich in den Lago General Carrera. Nach dem Titicacasee der zweitgrösste See Südamerikas. Eingerahmt von schneebedeckten Bergen strahlte er uns in einem fast schon unwirklichen Türkis entgegen.

Nahe dem schönen kleinen Ort Puerto Rio Tranquillo wurden wir bereits freudig von unseren Reisefreunden Ulli, Ralf und Kalli erwartet, die am Patabeach ein Grundstück besitzen. Wir parkten unseren Laster windgeschützt direkt am Strand und für die nächsten Tage war der Name Tranquillo Programm: Abgesehen von den Kindern, die den ganzen Tag über das Grundstück flitzten, waren wir, zusammen mit Stefan und Monika, sowie unseren Freunden David und Claudia allesamt easy, ruhig und entspannt. Thorben und David versuchten sich im Kajak angeln, es wurde gebastelt, Reiseerlebnisse ausgetauscht, Routen geplant, viel Mate getrunken und jeden Abend saßen wir am Feuer und grillten.

Nach ein paar Tagen süßem Nichtstun rafften wir uns alle auf und fuhren zum nahegelegenen Lago Tranquillo. Auch hier waren die lästigen Zäune allgegenwärtig. Die Seen und Flüsse, auch wenn sie sich auf Privatgelände befinden, stehen jedoch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Wir quetschten uns durch den Stracheldraht, wanderten am Fluss entlang, um immer wieder im vorbeilaufen die Angel auszuwerfen. Weiter ging es über Stock und Stein, durch Sumpfgebiete, zwängten uns durch dornige Hagebuttenbüsche und Feldern voll mit lästigen Kletten. Zwischendrin stärkten wir uns mit einem Schluck Wasser aus dem glasklaren Fluss, Stachelbeeren und Walderdbeeren. Am See angekommen hiess es dann erstmal Wunden lecken und Kletten zupfen, bevor die Angel wieder ausgeworfen werden konnte. Unser Angelmeister Ralf zog kurz nacheinander 2 Forellen aus dem Wasser, was Thorben und David natürlich anstachelte. Während die Mädels sich in der Sonne auf den erwärmten Felsen entspannten, wurde die Ausbeute stetig größer. Als schließlich für jeden Bauch ein Fisch gefangen war, kehrten wir zurück zum Patabeach und dort gab es ein herrliches Abendbrot.


Am nächsten Tag trennten sich unsere Wege, jeden zog es in eine andere Richtung  und wir suchten uns ein schönes Plätzchen im Ort Rio Tranquillo direkt am Lago General. Gerade war eine neue Ladung Lebensmittellieferung aus dem weit entfernten Coyhaique angekommen, und unser Kühlschrank konnte wieder einigermassen vernünftig mit Essbarem versorgt werden. Hier herrscht das Motto: Was weg ist, ist weg. Also zuschlagen, oder eine Woche warten. Bestes Frischwasser dagegen findet sich an jeder Ecke und kann direkt in den Wassertank gepumpt werden.

In hunderten Millionen von Jahren sind im Lago General einzigartige Felsformationen und Höhlen aus hellem, vieladrigem Marmor entstanden, die sich im Wasser widerspiegeln, die Cathedral de Marmol. Nach einer 20-minütigen Fahrt mit Aussicht auf die schneebedeckten Berge und ordentlich Rückenwind steuerten wir quer über den See und erreichten die Marmorkapellen. Wie kleine Eisberge wachsen sie aus dem Wasser hinaus, und da wir mit einem kleinen Boot unterwegs waren, konnten wir sogar in die Höhlen hineinfahren.  Wir bestaunten unzählige Felsen und Höhlen, die ein beeindruckendes Farbenspiel aus dem türkisblau des Sees und dem weißen Gestein boten. Die Rückfahrt war dann weniger idyllisch. Der typische patagonische Wind schaukelte das Wasser zu fast meterhohen Wellen auf, der zusätzlich noch einsetzende Regen liess die Nussschale von Welle zu Welle fliegen und krachte dazwischen schmerzhaft auf. Erst nach einer Stunde erreichten wir wieder sicher das Ufer.

Lange waren wir nicht alleine – am späten Abend erreichte uns der langersehnte Besuch aus Deutschland. Sina, André mit ihren beiden Kindern Eva und Luis. Ebenfalls unterwegs mit ihrem grünen 911er. Kennengelernt haben wir uns auf der Indienreise 2010 und viele gemeinsame Stunden verbracht. In Deutschland waren wir mit 50 Kilometern dazwischen fast Nachbarn, und haben es in den letzten Jahren kaum geschafft uns zu treffen. Aber auf der anderen Seite der Welt sollte es dann endlich wieder soweit sein. Die Wiedersehensfreude war gross, und nachdem sich die Kinder scheu beschnuppert hatten waren es die dicksten Freunde.

Gemeinsam liessen wir am nächsten Morgen die Motoren an und bogen in eines der landschaftlich vielfältigsten und beeindruckendsten Täler entlang der gesamten Carretera Austral ab, das noch weitestgehend unbekannt ist. Es war ein herrliches Schauspiel, das eigene Fahrzeug vor einem fahren zu sehen. Vor allem die Reaktionen der Menschen zu beobachten. Überall wo wir aufkreuzten wurden uns neugierige, freudige Blicke zugeworfen. Bei 2 Fröschen im Doppelpack – da kamen die meisten aus dem Staunen nicht mehr heraus. Uns klappte auch die Kinnlade herunter, je weiter wir über eine Erdpiste in das 75 Kilometer lange Valle  Exploradores fuhren. Steile, dicht bewachsene Berghänge, in deren Feldspalten Gletscher hängen und in unzähligen Wasserfällen herunterrutschen, kleine Seen und Sumpfgebiete mit gespenstisch anmutenden Totholzwäldern.

Am Endpunkt starteten wir eine kleine Wanderung durch den Regenwald, kletterten über maßige Felsen bis zum Fuß des Exploradores Gletschers.

Wir fanden einen schönen Stellplatz am Fluß, liessen uns vom einsetzenden Regen den Spass nicht verderben. Lagerfeuer, die Angel wurde ausgeworfen und für die neuen kleinen Freunde ein Kinoabend im Frosch.

Am nächsten Tag wieder eine Traumstrecke, welche entlang des Lago General und Lago Bertrand führte. Sommerwetter. Traumplätze am Wasser reihten sich an den nächsten. Umgeben von schneebedeckten Bergen, eine Gegend, für die ein ganzes Leben nicht ausreicht um vollkommen ausgekostet zu werden.

 

Wir entschieden uns für eine kurze Fährüberfahrt, liessen uns jenseits der Zivilisation am Ufer des Rio Baker nieder und kamen dort für ein paar Tage nicht mehr vom Fleck.

André baute die Stand Up Paddling-Boards zusammen, und nachdem die Kinder über den Fluss gepaddelt wurden machten André und ich eine mehrstündige Tour. Wir hatten ganz schön zu kämpfen, mit der Strömung und dem ständig wechselnden Wind Kurs zu halten – die Aussicht entschädigte aber für jede Mühe. Die Enten lernten gerade dem Nachwuchs das schwimmen und von allen Seiten ploppten die kleinen Kücken neben den Boards aus dem Wasser heraus. Wasservögel jagten über den Fluss, Kuhherden wechselten vor unserer Nase die Uferseite und beobachteten uns ganz fasziniert.

Wir mussten das Gesprächsthema schlecht hin gewesen sein. Am Abend kam die Kuhherde bei uns am Stellplatz vorbei, zusammen mit allen Familienangehörigen und wohl auch den entferntesten Verwandten. Jeder wollte uns sehen. Wir sassen wie immer am Lagerfeuer, grillten feinstes Rindfleisch, und waren plötzlich von allen Seiten umzingelt. Anfangs noch mit viel Abstand, später dann zu unserem langsam einsetzten Schrecken mit zu viel Neugierde.

Als unsere Vorräte komplett aufgebraucht waren mussten wir unser gemütliches Domizil verlassen, zurück zur Fähre fahren und noch 30 weitere Kilometer nach Cochrane, um dann sofort wieder zurück in die wilde Natur einzutauchen. Weit kamen wir wieder nicht, kaum 20 Kilometer weiter lockte der nächste Traumplatz am Lago Cochrane/Pueyrredón in einer kleinen Bucht. Auch hier wurde wieder geangelt was das Zeug hielt – selbst die Kleinsten waren am Fischfang beteiligt.

Um die Natur Patagoniens zu schützen, erwarb der Amerikaner Douglas Tompkins – Gründer der Marke The North Face – ab 1991 weitläufige Ländereien. Tompkins starb 2015 bei einer Kajak-Tour auf dem Lago General und vermachte Chile 407.625 Hektar Land – mit der Bedingung, drei neue Nationalparks entstehen zu lassen, und diese für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Jeder Reisende sprach davon und auch wir ließen uns das nicht entgehen. Schon die Anfahrt ließ in den Parque Patagonia unsere Herzen höher schlagen: Wie bei einer Achterbahnfahrt rollten wir bergauf bergab, die saftigen Wiesen verschwanden und machten Platz für eine goldgelbe Steppenlandschaft, die sanft in klobige Berge übergeht.

Die ersten Guanakos begrüßten uns am Strassenrand und sammelten sich in grossen Herden vor unserem luxuriösen Campingplatz.

 

Der Rasen gleicht einem Golfplatz, die Duschräume könnten einer Spa-Landschaft entsprungen sein. Das Wandernetz ist hervorragend ausgebaut und noch weitgehend unbekannt – das ganze Gebiet war in unserer Hand. Zusammen mit unseren Freunden unternahmen Thorben und Romy eine 28-Kilometer Tour auf das Hochplateau – es sieht aus wie im Hochgebirge obwohl wir uns nur auf 100 bis 300 Meter über Meereshöhe bewegten. Während dieser 9-stündigen Tour begegneten sie exakt zwei weiteren Wanderern.

 

Ich verzichtete auf 11 Kilo zappelndes Marschgepäck und ließ Baby Levi auf dem Hochglanzrasen krabbeln, umringt von Guanakos und grossen Adlern auf Futtersuche.

Mit dem Sonnenuntergang im Rücken wechselten wir den Stellplatz und fuhren weiter in das Valle Chacabuco hinein. Das Steppengras leuchteten im rotgelben Licht und wie Wasserfälle ergossen sich Herden von Guankos knapp vor der Motorhaube, um noch schnell die Strassenseite zu wechseln. Der Rio Chacabuco lag wie ein überdimensionaler Spiegel eingebettet zwischen Hügel und den im Wind schaukelnden hohen Bäumen.

Von unserem Platz direkt am Fluß startete die nächste Wanderung zu einem Wasserfall. Die Kinder konnten im eiskalten Flusswasser baden und wir räkelten uns auf den warmen Steinen in der Sonne. André und und Thorben kletterten die letzten 500 Höhenmeter nach oben, um eine erfrischende Dusche unter dem Wasserfall zu genießen.

Den aufkommenden Regen nutzten wir als Zeichen des Aufbruchs. In den letzten 2 Wochen haben wir uns gerade einmal knapp 150 Kilometer bewegt und die Highlights an Nationalparks liegen auf den kommenden 1.500 Kilometern Richtung Süden noch vor uns. Chile endet hier auf dem Landweg. Ddas patagonische Eisfeld bildet eine natürliche Barriere und ist nur noch auf dem Wasserweg befahrbar. Hinter uns endet die Carretera Austral und mit ihr traumhafte Wochen inmitten einzigartiger, wilder Natur und einer nicht einfach zu bereisenden, sehenswerten Landschaft.
Auf den vielen Wanderungen kosteten wir die Beeren des Calafate-Strauches – und wer auch nur eine isst, kehrt nach einer alten Sage immer wieder in diese Gegend zurück. Keine Frage – wir kommen wieder!

 

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